Beauty now — Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts

AUSSTELLUNG 10.02 – 01.05.00

Lange Zeit war das Schöne keine Kategorie der modernen Kunst – Mode, Werbung und Massenmedien hatten es für sich beansprucht. Seit einigen Jahren jedoch zeichnet sich die Rückkehr der Schönheit in die Kunst der Gegenwart ab. Die Ausstellung "Beauty now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts" mit 86 Gemälden, Fotografien, Skulpturen und Installationen von 36 Künstlern umfasst den Zeitraum von den 1960er-Jahren bis heute. Ausgehend von der Frage, welche Rolle die Schönheit in der zeitgenössischen Kunst spielt, soll die Ausstellung dazu anregen, das Gespräch über das Schöne in der Kunst wieder aufzunehmen.
Die antike Vorstellung, dass die Schönheit objektiven Maßstäben wie Symmetrie, Ebenmäßigkeit und Proportion folgt, prägte die westliche Kunst und Kultur fundamental. Erst im 19. Jahrhundert begann man, dieses Ideal klassischer Schönheit in Frage zu stellen. Initiatoren der Umwertung des Schönen in der Kunst der Moderne waren der französische Dichter Charles Baudelaire sowie die Maler Eugène Delacroix und Edouard Manet. Mit ihnen setzte die Kunst – stets begleitet von einem gegenläufigen Ästhetizismus und seinem Kult der Schönheit – zum Angriff auf das Schönheitsideal an. Für die Künstler der Klassischen Moderne, die Vertreter des Kubismus, Expressionismus, Surrealismus, und erst recht für die Künstler der Nachkriegszeit galt die Schönheit nicht als künstlerischer Wert an sich. Noch der späte Pablo Picasso und die Pop Art revoltierten gegen die traditionelle Gleichsetzung der Kunst mit dem Schönen, das "Kunstschöne". Erst in den 1990er-Jahren kam es verstärkt zu einer Neubewertung der Kunst unter dem Aspekt der Schönheit. 
Die Ausstellung "Beauty now" will mit einer bewusst subjektiven Auswahl von Werken die Diskussion über unsere gewandelten Vorstellungen vom Schönen in der Kunst anregen. Die Ausstellung ist in zwei Themenbereiche unterteilt: Im ersten geht es um die Auseinandersetzung mit dem klassischen Schönheitsideal und den menschlichen Körper als Träger dieser Idee. Der zweite Teil untersucht die Erfahrung des Erhabenen. 
Pipilotti Rists Videoarbeit "Ever is over all" (1997) führt mit tänzerischer Leichtigkeit in die Ausstellung ein. Janine Antoni, Jannis Kounellis, Giulio Paolini und Michelangelo Pistoletto setzen sich mit dem Ballast der antiken Tradition auseinander. Auf Mode, Werbung und die Massenmedien nehmen Imi Knoebel, Sigmar Polke, Charles Ray, Beverly Semmes, Cindy Sherman, Rosemarie Trockel oder Andy Warhol affirmativ oder ironisch Bezug. Mit der Wandel- und Verwandelbarkeit des menschlichen Körpers, sei es durch biologische Prozesse oder äußerliche Maskerade, spielen Künstler wie Matthew Barney, Mariko Mori, Yasumasa Morimura und Lorna Simpson. Auf die Suche nach einem alternativen Schönheitsbegriff, der auch das Groteske einbezieht, begeben sich die Werke von Louise Bourgeois, Marlene Dumas, Lucian Freud, Willem de Kooning, Pablo Picasso und Kiki Smith. 
Im zweiten Teil der Ausstellung geht es um die Empfindung von Schönheit, wie sie etwa der atmosphärische Raum hervorruft. In der Landschaftsmalerei, wie in der abstrakten Kunst gewinnt das Erhabene als ästhetische Erfahrung Gestalt und wird in einen erweiterten Schönheitsbegriff integriert. Ideen von Reinheit, erfüllter Leere und vollendeter Form vergegenwärtigen die Werke von Vija Celmins, Anish Kapoor, Yves Klein, Agnes Martin und Hiroshi Sugimoto, während Künstler wie John Baldessari, Roy Lichtenstein, Ed Ruscha und Andy Warhol den Glauben an das zeitlos Schöne in Landschaftsmalerei und abstrakter Kunst hinterfragen. Rodney Graham bezweifelt die Schönheit der Natur, während Gerhard Richter in seinen Landschaften und abstrakten Bildern die Tradition schöner Motive und schöner Farben zwar aufgreift, durch ihre 'Verwischung' jedoch zugleich widerlegt. Die Sprachspiele von Douglas Gordon betonen die Unmöglichkeit, eine Definition für das Schöne zu finden, da es sich der eindeutigen Festlegung entzieht. Seine Flüchtigkeit und Vergänglichkeit führen uns Jim Hodges und Felix Gonzalez-Torres vor Augen. James Turrell schließlich verzichtet auf alle konventionellen Ausdrucksmittel und veranschaulicht im immateriellen Farblicht seines poetischen Lichtraums das Unfassbare des Schönen und Erhabenen. Mit diesem Blick in unbegrenzte Weiten schließt die Ausstellung. 

Gerhard Richter, Lesende, 1994, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, USA
Gerhard Richter, Lesende, 1994, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, USA
Andy Warhol, Marilyn Monroe's Lippen, 1962 © ARS, New York, Foto Lee Stalsworth
Andy Warhol, Marilyn Monroe's Lippen, 1962 © ARS, New York, Foto Lee Stalsworth
Lucian Freud, Akt mit erhobenem Bein (Leigh Bowery), 1992, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington
Lucian Freud, Akt mit erhobenem Bein (Leigh Bowery), 1992, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington
Matthew Barney, Cremaster 4, 1994, Still © 1994 Matthew Barney, Foto Michael James O'Brien, Courtesy Barbara Gladstone
Matthew Barney, Cremaster 4, 1994, Still © 1994 Matthew Barney, Foto Michael James O'Brien, Courtesy Barbara Gladstone
Giulio Paolini, Mimesi, 1975-76, Foto Robert Keziere, Courtesy the artist and the Ydessa Hendeles Art Foundation
Giulio Paolini, Mimesi, 1975-76, Foto Robert Keziere, Courtesy the artist and the Ydessa Hendeles Art Foundation
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi
Beauty Now – Die Schönheit in der Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2000, Foto Wilfried Petzi

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Kurt Schwitters

09.03 – 27.05.01

Die Ausstellung ist eine umfangreiche Retrospektive des Künstlers und Antikünstlers, des Revolutionärs und Traditionalisten, des Bürgerschrecks und Kleinbürgers Kurt Schwitters. MEHR


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Hughie O'Donoghue

10.01 – 11.02.97

Wie Francis Bacon, konzentriert sich auch Hughie O'Donoghue auf den menschlichen Körper, seine Fleischlichkeit, Verwundbarkeit und sinnliche Kraft. MEHR


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Das zweite Gesicht

14.02 – 27.04.97

Als Sammlung afrikanischer Skulptur dokumentiert die Sammlung Barbier-Mueller den Schwarzen Kontinent in seinem schöpferischen Reichtum so lückenlos wie kaum eine andere. MEHR


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Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


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Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


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Joel Shapiro

24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Ausstellung zeigt elf Werke, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen. MEHR


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Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR


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Emil Schumacher — Retrospektive

08.05 – 12.07.98

Die Bilder Emil Schumachers (1912-1999) gelten als Inbegriff der deutschen Nachkriegskunst. MEHR


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Sean Scully

14.06 – 16.09.01

Im Zentrum der Ausstellung im Haus der Kunst, die rund 100 Gemälde, Pastelle, Aquarelle und Fotografien zeigt, steht Sean Scullys Schaffen in den 1990er-Jahren. MEHR


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Richard Lindner

07.02 – 27.04.97

Richard Lindner floh 1933 vor der Nazi-Diktatur aus Deutschland. In den 1940er-Jahren entwickelte er – avantgardistischen Trends diametral entgegengesetzt – sein verstörendes Oeuvre. MEHR


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Michail Wrubel

08.05 – 20.07.97

Michail Wrubel gilt als Schlüsselfigur des russischen Symbolismus, dessen Ringen mit sich und dem eigenen Werk ihn schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließ. MEHR


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Michel François

15.12.00 – 04.03.01

Der belgische Künstler Michel François spielt mit dem von Carlos Castaneda entlehnten Ausstellungstitel "La plante en nous – Die Pflanze in uns" auf dessen Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Halluzinogenen an. MEHR


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Dora Maar

13.10.01 – 06.01.02

Bekannt als Gefährtin, Modell und Muse Pablo Picassos und als solche Motiv vieler seiner berühmtesten Bilder, wird allzu oft außer Acht gelassen, dass Dora Maar selbst eine herausragende Künstlerin war. MEHR


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Cardiff & Miller — Werke aus der Sammlung Goetz

13.04 – 08.07.12

Die Ausstellung zeigt acht Arbeiten des kanadischen Künstler-Duos Janet Cardiff und George Bures Miller, die durch die Kombination von Bild, Ton und nachgebildeten Räumen möglichst viele Sinne des Betrachters ansprechen, um das Geschehen so real wie möglich erscheinen zu lassen. 2012 nahmen Cardiff/Miller an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. MEHR


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Mattis-Teutsch

06.07 – 07.10.01

Die Ausstellung "Mattis-Teutsch und Der Blaue Reiter" ist die erste Retrospektive des siebenbürgischen Künstlers Hans Mattis-Teutsch. Zu sehen sind über 150 Gemälde, 40 Skulpturen, 30 Grafiken sowie 70 Linol- und Holzschnitte. MEHR


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Imi Knoebel

23.08 – 20.10.96

Imi Knoebel zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Generation nach Joseph Beuys. Die Ausstellung stellt als erste große Retrospektive dieses Künstlers sämtliche Werkphasen vor. MEHR


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Julião Sarmento

24.10.97 – 18.01.98

Julião Sarmento gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Künstler der Gegenwart. Mit rund 80 Gemälden bietet die Ausstellung im Haus der Kunst einen Überblick über sein bisheriges Schaffen. MEHR


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Mythos Weimar

15.05 – 27.06.99

Anlässlich des 250. Geburtstags des Dichters Johann Wolfgang von Goethe begab sich die Fotografin Ute Klophaus 1998 in Weimar auf seine Spuren und schuf ein Porträt der Stadt. MEHR


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Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

26.07 – 21.09.80

Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) gilt wegen der abstrakten Bildsprache und der Auffassung vom "Gestaltwert der Farbe" als führender Vertreter der Nachkriegsmoderne. MEHR


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Amerikanische Malerei 1930-1980

14.11.81 – 31.01.82

Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR