Die Sieben Sakramente — Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag.

AUSSTELLUNG 21.01 – 12.04.04

Die Ausstellung "Die Sieben Sakramente. Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag" präsentierte den 2004 vollendeten Werkzyklus der irischen Künstlerin zu den Sieben Sakramenten und setzte ihn in Analogie zur niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts.
Die Künstlerin Abigail O'Brien, geboren 1957 in Dublin, untersuchte die Funktionen von Ritualen und Riten. Seit 1995 entwickelte sie eine Werkreihe zu den Sieben Sakramenten, die sie 2004 vollendete und die im Haus der Kunst erstmals gezeigt wurde. Der Zyklus umfasst die sechs raumgreifenden Installationen "The Last Supper" (Das Abendmahl, 1995), eine Arbeit zum Sakrament der Ehe, "Baptism" (Taufe, 1996), "Kitchen Pieces - Confession + Communion" (Küchenstücke - Beichte + Kommunion, 1998), welche die Sakramente Beichte und Kommunion vereint, "Extreme Unction - From the Ophelia Room" (Letzte Ölung - Aus dem Ophelia Raum, 2000) sowie die beiden neuesten Arbeiten der Künstlerin "Garden Heaven - Holy Orders" (Himmlischer Garten - Priesterweihe, 2001-2003) und "Martha's Cloth - Confirmation" (Marthas Tuch - Firmung, 2001-2004).
Der Spannung zwischen religiösen und alltäglichen Ritualen trug die Ausstellung Rechnung, indem sie den Arbeiten Abigail O'Briens Werke der niederländischen Genremalerei gegenüberstellte. Das Genrebild, insbesondere das Interieur, rückte die Darstellung des häuslichen Alltags erstmals in den Mittelpunkt und filterte das für die Gesellschaft Charakteristische aus der alltäglichen Fülle von Handlungen heraus. Doch handelte es sich dabei nicht nur um die schlichte Dokumentation des Alltags, sondern auch um eine Darstellung des moralisch Vorbildhaften, wie etwa der gesellschaftlich festgeschriebenen Rolle der Frau, die beim Nähen, Sticken oder Apfelschälen, beim Kämmen eines Kindes, beim Hühnerrupfen oder Ausnehmen eines Fisches gezeigt wird. Anders als die Genremalerei des 17. Jahrhunderts löst Abigail O'Brien die Alltagstätigkeiten, die sie ebenfalls mit der Darstellung der Frau verbindet, aus dem häuslichen Umfeld heraus. Die dargestellten Szenen, die mit Familie, im weitesten Sinne mit Fürsorge und Geborgenheit assoziiert sind, besitzen zwar einen warmen, zuweilen biederen Charakter, ihre Ästhetik aber ist steril, kühl und distanziert.
Die Arbeiten Abigail O'Briens werden seit 1993 in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt (u. a. in Dublin, Venedig, Warschau, New York, Berlin und Düsseldorf). 2002 präsentierte O'Brien die Arbeit "Extreme Unction - From the Ophelia Room" (Letzte Ölung - Aus dem Ophelia-Raum, 2000) in der Ausstellung "Stories". Erzählstrukturen in der zeitgenössischen Kunst im Haus der Kunst, München. Von irischen Kunstinstitutionen mehrfach prämiert, sind ihre Werke heute in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten (u. a. im Volpinum, Wien, im Irish Museum of Modern Art, Dublin, oder in der Caldic Collection, Rotterdam).

Die Ausstellung wurde unterstützt durch das Cultural Relations Committee of Ireland.

Abigail O'Brien, Werkgruppe
Abigail O'Brien, Werkgruppe "Kitchen Pieces – Confession + Communion", 1998, Detail, "Clara Baking", Courtesy Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf © Abigail O'Brien
Abigail O'Brien, Werkgruppe
Abigail O'Brien, Werkgruppe "Kitchen Pieces – Confession + Communion", 1998, Detail, "Stilleben V", Courtesy Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf © Abigail O'Brien
Abigail O'Brien, Werkgruppe
Abigail O'Brien, Werkgruppe "Kitchen Pieces – Confession + Communion", 1998, Detail, "Stilleben III", Courtesy Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf © Abigail O'Brien
Abigail O'Brien, Werkgruppe “Kitchen Pieces – Confession + Communion
Abigail O'Brien, Werkgruppe “Kitchen Pieces – Confession + Communion", 1998, Detail, "Dream Kitchen", Courtesy Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf © Abigail O'Brien
Abigail O'Brien, Werkserie
Abigail O'Brien, Werkserie "Extreme Unction – from the Ophelia Room", 2000, Detail, "Memento #4", Sammlung VOLPINUM, Wien © Abigail O'Brien
Abigail O'Brien, Werkserie
Abigail O'Brien, Werkserie "Extreme Unction – from the Ophelia Room", 2000, Detail, "Memento #5", Sammlung VOLPINUM Wien © Abigail O'Brien
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Die Sieben Sakramente – Abigail O'Brien und der Ritualisierte Alltag, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi

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