Aernout Mik: Dispersionen. Videoinstallationen – Passage 2.

AUSSTELLUNG 02.07 – 12.09.04

Als erste deutsche Institution zeigten wir eine umfangreiche monografische Ausstellung des niederländischen Künstlers Aernout Mik (geb. 1962 in Groningen). Eigens für diese Ausstellung wurde seine neueste Videoinstallation geschaffen: "Dispersion Room" (2004). In ihr verdichtet sich ein Thema, das Mik in den letzten acht Jahren auf unterschiedliche Weise untersucht hat: das Verhältnis von Individuum und Masse.
Ort des Geschehens in "Dispersion Room" ist ein Großraumbüro. Menschen laufen hin und her, sitzen an ihrem Schreibtisch vor dem Computer, telefonieren oder sortieren Akten - auf den ersten Blick eine ganz alltägliche Bürosituation. Aber die Handlungen der Personen sind nicht vernetzt und nehmen nicht aufeinander Bezug. Sie wirken ziellos und absurd. Die Logik verflüchtigt sich. Das Verhalten der Personen erinnert an Momente der Krise oder Katastrophe; an die magische Ruhe und Stille, die sich nach der ersten Panik ausbreitet. Seine Figuren wirken, als stünden sie unter Schock, als wären sie nur imstande, sich auf das Notwendigste zu konzentrieren, auf den nächsten Schritt. Sie wirken ferngesteuert.
Die Arbeiten von Aernout Mik zeigen instabile Systeme; sie beziehen sich auf gesellschaftliche und politische Ereignisse, ohne auf ein ganz bestimmtes Vorkommnis anzuspielen. Aernout Mik spricht uns auf einer ganz elementaren Ebene an: Wir alle haben bestimmte Lebensgewohnheiten und zeigen in krisenhaften Situationen bestimmte Reaktionen; wir alle sind sowohl Individuen als auch Teil einer größeren Gruppe. Und er konfrontiert uns mit der Tatsache, dass zur Beschaffenheit menschlichen Lebens auch die ständige Gefährdung gehört. Repression, Bestrafung, Disziplinierung, das Denken in Feindbildern und Medienmanipulation sind bedrohliche Gefährdungen unserer Sozialsysteme. Unsere Lebenswelt ist krisenanfällig und potentiell instabil. Mik fragt "Wer regiert uns?" und "Wie werden wir regiert?". Aber es gibt auch Hoffnung. Tief verborgen in den Sinnschichten seiner Bilder ruft er uns dazu auf, unsere Souveränität als Bürger wieder zu entdecken, unsere Verantwortung anzunehmen und zu bewahren.

In Zusammenarbeit mit dem Museum Ludwig, Köln

Mit freundlicher Unterstützung der Mondriaan Stichting

Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin
Aernout Mik, Dispersion Room, 2004, Courtesy Calier / Gebauer, Berlin

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