Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz.

AUSSTELLUNG 19.11.04 – 13.02.05

Seit 33 Generationen haben die Grafen zu Eltz eine Sammlung zusammengetragen, die heute auf der gleichnamigen Burg zu sehen ist. Wie sonst nur Kirche und Bürgertum haben die Fürstenhäuser, die bis 1918 in Deutschland regierten, Kunst gesammelt und somit zur einmaligen kulturellen Dichte Deutschlands beigetragen. Viele dieser Familien tragen bis heute die Namen deutscher Bundesländer oder historischer Staaten - wie etwa die Häuser Bayern, Preußen, Sachsen, Baden, Württemberg, oder Schleswig-Holstein. In den ehemaligen Haupt- und Residenzstädten erinnern fürstliche Gründungen an die Kulturträgerschaft und das kulturelle Engagement vieler Adelsfamilien: Zwischen Repräsentationswillen und Mäzenatentum sind hier Schlösser und Gärten sowie Theater, Museen und Sammlungen entstanden. In den Revolutionsjahren 1918/19, in den Zwischenkriegsjahren und nach dem Zweiten Weltkrieg gingen zahlreiche Kunstschätze verloren, wurden zerstört oder konfisziert. Trotzdem blieben viele bedeutende Sammlungen bis heute in adligem Privatbesitz.
Viele der Kunstwerke in adligem Privatbesitz sind Zeugnis der Sammelleidenschaft, aber auch der einstigen Macht dieser Fürstenhäuser: Zahlreiche Hauptwerke der europäischen Malerei und Grafik, unter anderem aus den Ateliers von Rembrandt, Rubens, Dürer, Cranach oder Holbein, sind hier vertreten. Über Jahrhunderte in Privatbesitz bewahrt, werden sie nun neben Silbersammlungen, Porzellan, Juwelen und seltenem Mobiliar zu sehen sein. Das kunsthistorische Spektrum der fürstlichen Sammlungen beschränkt sich jedoch nicht auf die großen Kunstwerke vergangener Jahrhunderte, sondern reicht weit in die Kunst der Moderne und Gegenwart hinein. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung werden daher Werke von wichtigen Vertretern des 20. und 21. Jahrhunderts bilden: Palermo, Baselitz oder Ruff, welche den Sammlungen des Herzogs von Bayern oder der Fürstin von Thurn und Taxis entstammen - beide begeisterte Sammler zeitgenössischer Kunst.
Ca. 300 herausragende Kunstwerke aus adligem Privatbesitz wurden erstmals in einer Ausstellung präsentiert und gewährten dem Publikum einen Blick in die privaten "Schatzkammern" der deutschen Fürstenhäuser.

Kuratiert von Wilfried Rogasch mit León Krempel

Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Dr. Christina Weiss, Staatsministerin beim Bundeskanzler.

Gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch die Kulturstiftung der Länder. Mit restauratorisch-fachlicher Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und freundlicher Unterstützung der Schörghuber-Unternehmensgruppe und des Ernst von Siemens Kunstfonds und der Dr. Karl Wamsler Foundation.

Zusätzlich wurde die Ausstellung unterstützt durch das Architekturbüro Allmann Sattler Wappner 

Glasscheiben
Glasscheiben "Maria und Elisabeth", aus dem Kloster Bebenhausen bei Tübingen, um 1340, Haus Württemberg – Sammlung
Paolo Fiammingo, Europa, aus der Serie der vier Kontinente, 1580-1590, Privatbesitz
Paolo Fiammingo, Europa, aus der Serie der vier Kontinente, 1580-1590, Privatbesitz
Rembrandt Harmensz. Van Rijn, Diana mit Aktäon und Kallisto, 1634, Fürst zu Salm-Salm, Wasserburg Anholts
Rembrandt Harmensz. Van Rijn, Diana mit Aktäon und Kallisto, 1634, Fürst zu Salm-Salm, Wasserburg Anholts
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Vanessa Beecroft, vb51 Schlosspark Vinsebeck, Deutschland, 2002 © 2002 Vanessa Beecroft, Foto Nic Tenwiggenhorn / VG-Bild Kunst, Bonn, 2004
Vanessa Beecroft, vb51 Schlosspark Vinsebeck, Deutschland, 2002 © 2002 Vanessa Beecroft, Foto Nic Tenwiggenhorn / VG-Bild Kunst, Bonn, 2004
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Schatzhäuser Deutschlands. Kunst in adligem Privatbesitz, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi

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Video zur Ausstellung "So Much I Want to Say"

Einführung in die Ausstellung "So Much I Want to Say: Von Annemiek bis Mutter Courage — Sammlung Goetz im Haus der Kunst" von Kuratorin Patrizia Dander. MEHR


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