Paul Klee — In der Maske des Mythos

AUSSTELLUNG 01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung "Paul Klee – In der Maske des Mythos" präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und beleuchtet vor allem seine Auseinandersetzung mit einem Thema, das seit der Antike Künstler aller Art beschäftigt hat. Die Ausstellung bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. Die eigene Rebellion erscheint in der Gestalt selbst erfundener, aufrührerischer Wesen, die wie Anti-Götter erscheinen, oft an der Grenze zur Karikatur, jedoch nie illustrativ oder moralisierend.
Von den über 8000 Werken, die Klee geschaffen hat, tragen rund 250 die Namen von Göttern und Helden aus der griechisch-römischen, germanischen und orientalischen Mythologie. Schon in seinem Frühwerk um 1901 beschäftigt sich Klee intensiv mit diesem Thema und greift es bis zu seinem Tod im Jahr 1940 immer wieder auf. Darüber hinaus erfindet er eigene, ganz private Mythen. Obwohl es sich um einen der größten thematischen Blöcke in Klees Oeuvre handelt, wurde dieser Aspekt bislang kaum beachtet. Die Ausstellung umfasst Exponate in vielfältigen Techniken, darunter Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen.
Bei Klees mythologischen Motiven handelt es sich überwiegend um weibliche, häufig mit der Erde oder der Unterwelt verbundene Figuren. Zu ihnen zählen Aphrodite, Diana, Pomona, Skylla, Gaja sowie die Amazonen, Sphinxe, Chimären, Nereiden, Sirenen, Nornen und Mänaden. Darüber hinaus schafft der Künstler eine Reihe von Bildern von Elementargeistern, von Feuer-, Luft- und Erdwesen, von Gnomen, Hexen und Dämonen, die als Mittler zwischen Menschen und Göttern in Erscheinung treten und sich für Klees eigensinnige Arbeit am Mythos eignen. Weniger häufig finden sich in den Bildtiteln männliche Helden wie Perseus, Orpheus, Mars und Hades, doch auch diese Figuren regen Klees Fantasie an und werden in launische, widerborstige, zuweilen boshafte, vor allem aber amüsante Wesen verwandelt.
Bildtitel, die Klee meist handschriftlich unter seine Zeichnungen und Aquarelle setzt, erleichtern die Identifikation der Werke zum Thema. Häufig verleihen sie ihnen auch eine überraschende Wendung und lassen ein Wechselspiel zwischen Bild und Titel entstehen.
Paul Klees "Arbeit am Mythos" ergänzt das Selbstbildnis, um das er während der ersten zwanzig Jahre seiner künstlerischen Entwicklung gerungen hat. Davon zeugen nicht nur seine Bilder, sondern auch seine Schriften und der Aufbau seines Werks. Klees mythologische Bilder lassen sich nicht trennen von seiner Arbeit an den Tagebüchern (1898 und 1921), den acht autobiografischen Manuskripten, die er zwischen 1918 und 1920 verfasste, und der systematischen Gliederung seines Oeuvres in einem Werkverzeichnis, das er 1911 begann und bis zu seinem Tod immer wieder überarbeitete. Der Werkkomplex lässt Paul Klees Bemühen erkennen, das an die Nachwelt überlieferte Bild seines Künstlertums selbst zu bestimmen – eine Erkenntnis, die von zentraler Bedeutung für das Verständnis seines Werks ist.

Kuratorin: Pamela Kort

Paul Klee — In der Maske des Mythos, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Paul Klee — In der Maske des Mythos, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Paul Klee — In der Maske des Mythos, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
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Paul Klee — In der Maske des Mythos, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Paul Klee — In der Maske des Mythos, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
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