Max Ernst — Die Retrospektive

AUSSTELLUNG 12.06 – 12.09.99

Max Ernst zählt zu den schillerndsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Als einer der Protagonisten der deutschen Dada-Bewegung und Vorreiter des Surrealismus ist sein Werk heute aktueller denn je. Durch seine Experimente mit Collage, Frottage und Grattage revolutionierte er als "Leonardo des Surrealismus" die Kunst. In seinen Arbeiten lotet er das Spannungsfeld zwischen Realität und Virtualität aus und nimmt gewissermaßen die das Medienzeitalter prägende Wahrnehmung vorweg. 1979 veranstaltete das Haus der Kunst zusammen mit der Nationalgalerie Berlin die erste Max Ernst-Ausstellung nach dem Tod des Künstlers. Im Mittelpunkt der Retrospektive, wiederum in Kooperation mit Berlin, steht die Rolle Max Ernsts als Medien-Künstler. 

Die Ausstellung ist nach chronologischen und thematischen Aspekten geordnet. Am Anfang steht "Dada-Max", der als Wortführer der Kölner Dada-Gruppe Anfang der 1920er-Jahre die Kunst radikal veränderte und sie zur Anti-Kunst erklärte. Die ersten Collagen fertigte er als Zeichen seines Widerstandes gegen "Spießbürger" und "Herdenkünstler" ("Der Punching Ball oder die Unsterblichkeit Buonarrotis", 1920). Von großem Einfluss auf Max Ernsts Werk waren in jenen Jahren die Begegnung mit Bildern von Giorgio de Chirico und die Entdeckung der Frottage-Technik, einem Abreibverfahren, zu dem ihn die Maserung eines Holzbodens angeregt hat. In "Die nahe Pubertät" (1921), einer Collage aus fotografischen und malerischen Elementen, klingt im Verhältnis von Mensch und Kosmos das Grundthema des Surrealismus an, die Zwischenwelt von Innen- und Außenwelt, von Traum und Wirklichkeit, von Imagination und Gegenständlichkeit. 

1941 emigrierte Max Ernst nach Amerika und heiratete dort die Malerin Dorothea Tanning. Er lebte in New York und Sedona/Arizona, wo er die Skulpturengruppe "Capricorne" (1948) schuf, die zu seinen plastischen Hauptwerken zählt. Urzeitliche Phantasien, rätselhafte Mischwesen, Zitate aus der Kunstgeschichte — das Spektrum seiner Arbeiten ist ebenso vielseitig wie seine Techniken. Von ihm als Europäer gingen entscheidende Impulse auf die New Yorker Avantgardekünstler, unter ihnen Jackson Pollock, aus. Immer wieder begegnet der Betrachter in der Ausstellung den Leitmotiven des Malers - dem "Loplop", einem vogelähnlichen Geschöpf und Alter Ego des Künstlers, sowie jenen versteinerten Landschaften als Bild-im-Bild-Motiv, mit denen Max Ernst ein malerisches Resümee zieht ("Gemälde für junge Leute", 1943). So wie Max Ernst einen Teil seiner "Biographischen Notizen" frei erfunden hat, kommt in der Verbindung von Gegenstandsbezug und Erfindung auch eine ironische Distanz zu seinen Kunstwerken zum Ausdruck. Der moderne Max Ernst ist ein Grenzgänger, seine Kunst multimedial. 

Mehr als 180 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Collagen aus den bedeutendsten öffentlichen und privaten Sammlungen beleuchten das vielseitige Oeuvre von Max Ernst. Filmbeiträge von Peter Schamoni, dem langjährigen dokumentarischen Begleiter des Künstlers, ergänzen die Ausstellung.

Max Ernst, L'elue du mal, 1928, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn, 1999
Max Ernst, L'elue du mal, 1928, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn, 1999
Max Ernst, La ville pértifiée, 1935, Manchester City Art Galleries © VG Bild-Kunst, Bonn, 1999
Max Ernst, La ville pértifiée, 1935, Manchester City Art Galleries © VG Bild-Kunst, Bonn, 1999
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi
Max Ernst – Die Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1999, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


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Amerikanische Malerei 1930-1980

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Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR


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Picasso 1900–1955

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Edvard Munch

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Internationale Plakate 1871–1971

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Hundert Jahre nach dem Plakat Fred Walkers "Woman in White" (1871) und in einer Zeit, in der sich Andy Warhol im Rahmen der Pop Art die Darstellung von Konsumprodukten zu eigen machte, machte sich die Ausstellung daran, die Kunstgeschichte des Plakats nachzuzeichnen. MEHR


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Die Kunst der Naiven. Themen und Beziehungen

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Zu Beginn der 1970er-Jahre ging eine Welle der Begeisterung für "Die Kunst der Naiven" durchs Land – figurativ-bunte Bilder in stark vereinfachter Darstellung aus der Hand von Laien. MEHR


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Mit der Ausstellung des Werks von Friedensreich Hundertwasser widmete sich das Haus der Kunst dem vielfältigen künstlerischen Schaffen eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers. MEHR


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Die dreißiger Jahre. Schauplatz Deutschland

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Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


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Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

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Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


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Barnes Collection

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Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


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Pierrot — Melancholie und Maske.

15.09 – 03.12.95

Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR


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Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

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Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen. Seinen Werken sind 18 Bronzeskulpturen Otto Gutfreunds gegenübergestellt. MEHR


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Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR