Occupying Space. Sammlung Generali Foundation.

AUSSTELLUNG 09.03 – 16.05.05

Die Ausstellung in München war nicht als "Leistungsschau" dieser bekannten Sammlung angelegt, sondern stellte Querverbindungen zwischen den verschiedenen Werken her. In der dialogischen Präsentation spiegelte sich auch das Konzept dieser privaten Kollektion wider. Konzeptuelle und Performance-Kunst sowie medien- und gesellschaftskritische Werke aus den 1960/70er-Jahren wurden mit Arbeiten einer jüngeren Generation verknüpft. Zentrale Werke österreichischer Pioniere wie Gottfried Bechtold, Valie Export, Richard Kriesche, Friedl Kubelka, Gerhard Rühm, Peter Weibel sowie legendäre Architektur-Utopien von Hans Hollein und Walter Pichler bildeten, gemeinsam mit Künstlern wie Franz West und Heimo Zobernig, den Kern der Sammlung. Diesen zum Teil radikalen Positionen in der österreichischen Kunst waren internationale Künstlerinnen und Künstler wie Dan Graham, Hans Haacke, Sanja Ivekovic, Harun Farocki, Gordon Matta-Clark, Martha Rosler oder Allan Sekula gegenübergestellt. "Ein Bestreben ist es, zu thematisieren, eine bestimmte Position in der Kunst zu vertreten sowie Künstlerinnen und Künstler durch umfassende Werkblöcke zu repräsentieren", beschreibt Sabine Breitwieser, die Direktorin der Generali Foundation, die Intention der Sammlung wie der Institution selbst. Der Fokus der Sammlung liegt auf Kunstbewegungen und Werken, die oft als "spröde" oder auch als "schwierig" bezeichnet werden. Eine in gleichem Maß inhaltlich anspruchsvolle wie konsequente Sammlung überrascht insbesondere, weil ein Versicherungsunternehmen dahinter steht.Die Generali Foundation wurde 1988 von der Generali Vienna Group gegründet mit dem Ziel, zeitgenössische bildende Kunst zu fördern. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit österreichischer Skulptur, wurde der Schwerpunkt auf die Thematisierung von Kunst als sozialem Raum verlagert. Fotografie, Film, Video und Installation, somit Medien, die einen prozessorientierten Umgang zulassen, bestimmten daher seit vielen Jahren diese einzigartige Sammlung. Durch die autonome Struktur der Generali Foundation können künstlerische Projekte weitgehend unabhängig von kommerziellen Kriterien realisiert werden. Inzwischen umfasst die Sammlung an die 1500 Werke zeitgenössischer Kunst von etwa 160 Künstlerinnen und Künstlern. Neben ihrer Sammlungstätigkeit verfolgt die Generali Foundation in ihrem Haus in Wien ein prononciertes Ausstellungsprogramm. Roger M. Buergel, künstlerischer Leiter der documenta 12, hat hier als Ausstellungsmacher reüssiert. Zahlreiche Themen- und Einzelausstellungen einschließlich ihrer Publikationen gelten als wegweisend für die Rezeption von Kunst. Es handelt sich um ein einzigartiges Engagement eines Unternehmens im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Auf einem gemeinhin als risikoreich geltenden Terrain avancierte die Generali Foundation binnen 15 Jahren zu einer international anerkannten und viel beachteten Kunstinstitution. Weit über repräsentative Aufgaben hinaus wird zudem großer Wert auf die wissenschaftliche Aufarbeitung ausgewählter künstlerischer Positionen und die Vermittlung oftmals komplexer Inhalte gelegt. In diesem Zusammenhang entstanden in den letzten Jahren ein umfangreiches Archiv, eine Bibliothek und eine Mediathek, die im Studienraum der Generali Foundation in Wien zugänglich sind. Die Präsentation in München war Auftakt einer internationalen Ausstellungstour, welche die Sammlung der Generali Foundation von Deutschland über die Niederlande bis nach Osteuropa führen wird. Zu dieser ersten Station der Ausstellung am Haus der Kunst wurden eigens zwei Projekte mit Künstlerinnen produziert. Unter dem Titel "Occupying Space / Wasting Time" luden Alice Creischer und Andreas Siekmann zu einem "Spaziergang" durch die Ausstellung ein.Die Goldene Bar im Haus der Kunst wird bestückt durch eine Installation von Franz West mit Sitz- und Tischmöbeln, die er gemeinsam mit Marcus Geiger / Peter Kogler (Stoff) und Heimo Zobernig (Tische) für die Generali Foundation in Wien produziert hat. Unter dem Titel "Occupying Space. Sammlung Generali Foundation" ist ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen Texten der Künstlerinnen und Künstler erschienen. Mit der Präsentation der Sammlung Generali Foundation setzte das Haus der Kunst die lose Reihe fort, markante Privatsammlungen vorzustellen. Die Ausstellung "Partners" der Ydessa Hendeles Art Foundation, Toronto, machte 2003 den Anfang.  

Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi
Installationsansicht Occupying Space – Sammlung Generali Foundation, Haus der Kunst, 2004, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Occupying Space

Hrsg. von Sabine Breitwieser, mit Textbeiträgen und Künstlerbiografien. MEHR


Video

Video zur Ausstellung "So Much I Want to Say"

Einführung in die Ausstellung "So Much I Want to Say: Von Annemiek bis Mutter Courage — Sammlung Goetz im Haus der Kunst" von Kuratorin Patrizia Dander. MEHR


AUSSTELLUNG

Partners

07.11.03 – 15.02.04

Mit der Ausstellung werden ausgewählte Werke der Sammlung von Ydessa Hendeles, Sammlerin, Kuratorin und Gründerin der Ydessa Hendeles Art Foundation in Toronto, erstmals international präsentieren. MEHR


AUSSTELLUNG

Sammlung Daled

30.04 – 25.07.10

Die Ausstellung "Weniger ist mehr" legt den Schwerpunkt auf die Jahre von 1966 bis 1978 – der produktivsten Phase in der Sammlungstätigkeit von Herman und Nicole Daled – und zeichnet ein lebendiges Bild der progressiven, internationalen Kunstszene dieser Zeit. MEHR


AUSSTELLUNG

Schatzhäuser Deutschlands

19.11.04 – 13.02.05

Viele der Kunstwerke in adligem Privatbesitz sind Zeugnis der Sammelleidenschaft, aber auch der einstigen Macht dieser Fürstenhäuser: Zahlreiche Hauptwerke der europäischen Malerei und Grafik, unter anderem aus den Ateliers von Rembrandt, Rubens, Dürer, Cranach oder Holbein, sind hier vertreten. MEHR


AUSSTELLUNG

Aschemünder

09.04 – 04.09.11

Seit Frühjahr 2011 zeigt das Haus der Kunst in den Räumen seines ehemaligen Luftschutzkellers Film- und Medienkunst aus der umfangreichen Sammlung von Ingvild Goetz. Die erste Gruppenausstellung trägt den Titel "Aschemünder" und zeigt Werke von David Claerbout, Willie Doherty, Harun Farocki, Omer Fast, Mona Hatoum, Anri Sala u.a. MEHR