Mark Leckey: Als ob

AUSSTELLUNG 30.01 – 31.05.15

Obwohl sein Œuvre kaum mehr als 15 Jahre umfasst, gilt der britische Künstler Mark Leckey (*1964)  schon heute als wichtige Referenzfigur für eine junge Künstlergeneration. Hatte er sich nach seinem Studium  rund zehn Jahre aus der Kunstwelt zurückgezogen, fand er 1999 mit dem aus Found-Footage-Material kompilierten Video "Fiorucci Made Me Hardcore" seinen Weg zurück. Diese Ode an die britische Tanzkultur von Northern Soul bis Rave gilt als eines der ikonischen Werke an der Grenze von bildender Kunst und Popkultur – ein Interessenfeld, das Leckey in vielen seiner folgenden Arbeiten adressiert hat. Heute liegt Leckeys Interesse auf der Erforschung digitaler Technologien und ihrer Auswirkungen auf die Beziehung von Menschen, Dingen und Umwelt.

Die Ausstellung im Haus der Kunst ist in vier Kapitel unterteilt. Den Auftakt bilden autobiografische Arbeiten – von "Are You Waiting" (1996), einem Vorläufer  von "Fiorucci Made Me Hardcore", bis hin zu "MyAlbum: A Rough-Demo Video" (2014–15), einer gefilmten Autobiografie, die erstmals als Demo-Version gezeigt wird. Mark Leckey: "'MyAlbum' ist eine Aufzeichnung all jener Ereignisse im 20. Jahrhundert, die für mein Leben bedeutsam waren. Es sind meine Erinnerungen von 1954 bis 1999." Im mittleren Raum werden erstmals alle fünf "Sound Systems" (2001-12) Mark Leckeys gemeinsam präsentiert. Die Boxentürme haben ihren Ursprung in mobilen Diskotheken und sind seit Anfang der 2000er-Jahre ein Rückgrat im Schaffen des Künstlers. Musik und insbesondere die "Sound Systems" begreift Leckey als alternative Kommunikationskanäle: "Musik spricht jeden an, Kunst nicht. (...) ich verstehe nicht, warum Kunst nicht auch eine universell verständliche Sprache sein kann." Die "Sound Systems" bilden die Schaltzentrale der Ausstellung: Über elektronische Verbindungen treten sie mit anderen Werken und Räumen in Interaktion und verknüpfen sie, als wären sie ein quasi-lebendiger Organismus. Im dritten Raum folgt die Installation "GreenScreenRefrigeratorAction" (2010) – ein sprechender Kühlschrank, der seine Gedanken und Lebenswelt mit dem Betrachter teilt. Auch in den Videos und Filmen der vierten Sektion "ZooVidTek" werden skulpturale Objekte – in Form einer Katze, eines Kaninchens, einer Ente oder eines Hundes – durch digitale Diaserien oder Computeranimationen zum Leben erweckt. Dabei erzählt Leckey beiläufig von wegweisenden Episoden der Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts. Wie auch an anderen Positionen in der Ausstellung schwingt bei diesen Arbeiten das titelgebende "als ob" mit: die (gefilmten) Objekte und Skulpturen, die dem Besucher begegnen, sind nicht, was sie vorzugeben scheinen, es sind Duplikate und Imitationen, die Leckey behandelt, als seien sie echt.

Ausgangspunkt aller Arbeiten Mark Leckeys ist die Anziehungskraft, die Marken und Produkte, aber auch Bilder und Kunstwerke auf uns ausüben. Diese Sogwirkung übersetzt der Künstler mit seinen Werken in ebenso prägnante wie unterhaltsame Reflexionen unserer Zeit.

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Mark Leckey, Trailer für
Mark Leckey, Trailer für "On Pleasure Bent", 2013 (Videostill), Courtesy der Künstler und Gavin Brown's enterprise, New York, Galerie Buchholz, Berlin/Köln, und Cabinet, London
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansich,t Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Als ob, Installationsansich,t Haus der Kunst, 2015, Foto Maximilian Geuter
Mark Leckey, Felix Gets Broadcasted, 2007 (Production still), Courtesy der Künstler und Gavin Brown's enterprise, New York, Galerie Buchholz, Berlin/Köln, und Cabinet, London
Mark Leckey, Felix Gets Broadcasted, 2007 (Production still), Courtesy der Künstler und Gavin Brown's enterprise, New York, Galerie Buchholz, Berlin/Köln, und Cabinet, London

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Mark Leckey: Als Ob

Katalog zur Ausstellung von Mark Leckey "Als ob" MEHR


Video

Mark Leckey: UCLA Department of Art Lecture

In der Aufzeichnung eines Vortrags von Mark Leckey an der University of California, Los Angeles, spricht der Künstler über die Kunstwerke und Themen, die ihn zu seinen Arbeiten inspirieren. MEHR


Presseecho

Pressestimmen Mark Leckey

Auf dieser Seite finden Sie unterschiedliche Pressestimmen zu Mark Leckey und seinem zwischen Popkultur, Konsumwelt und Technologie verorteten Werk. MEHR


Arbeitsblätter

Arbeitsblatt zur Ausstellung "Mark Leckey: Als ob"

Hier finden Sie das Arbeitsblatt für die Schulklassen 10–12 zur Ausstellung "Mark Leckey: Als ob" MEHR


Poster

Mark Leckey: Als ob

MEHR


Video

Beitrag in BR Capriccio zu "Mark Leckey: Als ob"

Hier finden Sie den Capriccio-Beitrag im Bayerischen Fernsehen zur Ausstellung "Mark Leckey: Als ob" vom 06.02.2015. MEHR


Text, Video

Mark Leckey: Werkbeschreibungen

Hier finden Sie weiterführende Texte und Videos zu einzelnen Werken von Mark Leckey. MEHR


Interview

Dan Fox: Aspiring to the Condition of Cheap Music

In dem Interview unterhalten sich Dan Fox und Mark Leckey u. a. über seine frühen Arbeiten. MEHR


Essay

Patrizia Dander: A Desire for Things

Kuratorin Patrizia Dander kehrt in ihrem Essay u. a. zu Mark Leckeys Ausstellung "Septik Tank" von 2004 zurück. MEHR


Video

Mark Leckey: Interview über "Fiorucci Made Me Hardcore"

In dem Interview erläutert Mark Leckey die Entstehungsgeschichte seiner autobiografisch angelegten Arbeit "Fiorucci Made Me Hardcore". MEHR


Video

Mark Leckey: BigBoxIndustrialAction

In diesem Video finden Sie Statements der Kuratorin Clare Gannaway und des Künstlers zu Werk und Performance "BigBoxIndustrialAction". MEHR


Essay

Alex Kitnick: Everybody's Autobiography

In seinem Katalogessay untersucht Alex Kitnick Mark Leckey als Archivar vergangener Lebensweisen und Strömungen. MEHR


Poster

Mark Leckey: Als ob

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Video

Ausstellungsfilm

Film zur Ausstellung "Mark Leckey: Als ob" – mit Mark Leckey und Kuratorin Patrizia Dander MEHR


Video, Künstlergespräch

Mark Leckey: Künstlergespräch und Live Performance

29.01.15

Aufzeichnung des Eröffnungsabends mit Mark Leckey inkl. Künstlergespräch und Live Performance in der Ausstellung. MEHR