Matt Mullican. Vom Ordnen der Welt

AUSSTELLUNG 10.06 – 11.09.11

Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit Matt Mullicans (geb. 1951, Santa Monica, Kalifornien) stehen der Sinn des Lebens und die Ordnung der Welt, die der Künstler in seinen raumgreifenden Installationen zu erfassen und sichtbar zu machen versucht. Jeden Gegenstand, jeden Menschen und jedes Phänomen (oder ihre Darstellung) sieht Mullican als Teil des Universums und als Universum für sich. Er ist überzeugt, dass alles Existierende eine Bedeutung besitzt, die sich aus einem konkreten Zusammenhang heraus erschließt und in einem ordnenden System darstellen lässt. Mit dieser Weltsicht geht der ebenso maßlose wie uneinlösbare Anspruch einher, alles Existierende zu sammeln, systematisch zu erfassen und so der Welt, die uns umgibt, eine Struktur zu geben. 

Wissenschaftliche Methoden wie das Ordnen in Kategorien, Taxonomien und Enzyklopädien sind charakteristisch für Mullicans Arbeitsweise: In den über 30 Jahren seines künstlerischen Schaffens hat er ein Farb- und Zeichensystem entwickelt, das den Anspruch erhebt, buchstäblich jede menschliche Verfassung, Erfahrung oder Tätigkeit integrieren und darstellen zu können. Mullicans Ordnung der Welt beschränkt sich jedoch nicht auf das Offensichtliche und konkret Wahrnehmbare, sondern bezieht auch Phänomene ein, die sich unserem Tagesbewusstsein entziehen: ausgeblendete Seiten der Wirklichkeit, die sich nur mit Hilfe von Trance oder Hypnose erschließen lassen. So wurde Matt Mullican neben seinem bildnerischen Schaffen auch für seine Performances bekannt, die er unter Hypnose durchführt. 

Die Arbeiten, die dabei entstehen, vervollständigen sein Modell für die Welt – eine subjektive Kosmologie, in der alles mit allem zusammenhängt, und die uns völlig überraschende Sichtweisen ermöglicht. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Mullicans Arbeiten, die für seine Werkentwicklung seit den 1970er Jahren grundsätzliche Bedeutung besitzen, und stellt die selten gezeigten frühen Installationen in einen Zusammenhang mit den aktuellen Fortentwicklungen. Für die Außenfassade des Haus der Kunst wurde ein Farbtunnel aus monochromen Bannern realisiert: Mullicans Farbsystem entsprechend in Grün, Blau, Gelb, Schwarz und Rot.

Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Enzyklopädie), 1991/97, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Enzyklopädie), 1991/97, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Computer Projekt, 1989/90, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Computer Projekt, 1989/90, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Pavillon), 2006, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Pavillon), 2006, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich, Foto Jens Weber, München
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Untitled (Default Atmospheres No. 6) [ohne Titel (vorgegeben Atmosphären Nr. 6)], 2003, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Untitled (Default Atmospheres No. 6) [ohne Titel (vorgegeben Atmosphären Nr. 6)], 2003, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Untitled (Default Atmospheres No. 10) [ohne Titel (vorgegeben Atmosphären Nr. 10)], 2003, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, Untitled (Default Atmospheres No. 10) [ohne Titel (vorgegeben Atmosphären Nr. 10)], 2003, Courtesy Mai 36 Galerie, Zürich
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Kopf und Körper), 1973–1974, Courtesy the artist und Klosterfelde Galerie, Berlin
Matt Mullican – Vom Ordnen der Welt, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2011, ohne Titel (Kopf und Körper), 1973–1974, Courtesy the artist und Klosterfelde Galerie, Berlin

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Bildergalerie


Ausstellungskatalog

Matt Mullican im Gespräch

Mit Ausstellungsansichten und Interviews, die Koen Brams und Dirk Pültau mit dem Künstler geführt haben. MEHR


AUSSTELLUNG

Move

11.02 – 08.05.11

Die Ausstellung "Move" ist dem Zusammenspiel zwischen Kunst und Tanz seit den 1960er Jahren gewidmet. Die gezeigten Arbeiten werden von Tänzern und Darstellern, die in der Ausstellung anwesend sind, aktiviert. MEHR


Edition

Matt Mullican: Edition "Untitled (Chart)", 2011

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Audioguide

Black Paintings — Audioguide, 2006

Die Ausstellung zeigte die berühmten schwarzen Gemälde von Künstlern der New York School erstmals im Überblick – Werke von Barnett Newman, Robert Rauschenberg, Mark Rothko, Frank Stella u.a. MEHR


AUSSTELLUNG

Theatergarten Bestiarium

28.03 – 31.07.11

Die Ausstellung ist inspiriert von "Bestiarium: Theater und Garten der Wildheit, des Kampfes und des Glücks", einem Text des Münchner Galeristen Rüdiger Schöttle. Das Konzept vermischt reale Bilder mit Imaginationen und erzeugt dabei eine eigene Welt durchscheinender, flüchtiger Projektionen und Spiegelungen, durch die sich der Besucher als Zuschauer und Schauspieler zugleich bewegt. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Lloyd Wright — 60 Jahre Architektur

Mit der Ausstellung zum Lebenswerk von Frank Lloyd Wright verband sich im Jahr 1952 neben der Würdigung eines der größten, noch lebenden Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch das Bekenntnis zur Moderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Alexander Calder

10.05 – 13.07.75

Mit rund 170 Objekten würdigte das Haus der Kunst München das Lebenswerk des amerikanischen Bildhauers Alexander Calder, der die Retrospektive kurz vor seinem Tod noch wohlwollend unterstützte. MEHR


AUSSTELLUNG

Black Paintings

15.09.06 – 14.01.07

Ende der 1940er-Jahre begannen amerikanische Künstler wie Robert Rauschenberg oder Mark Rothko, sich intensiv mit der Farbe Schwarz zu beschäftigen. In der Ausstellung sind die schwarzen Bildserien der legendären New York School nun erstmals vereint zu sehen. MEHR


AUSSTELLUNG

Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

14.10.94 – 08.01.95

Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


AUSSTELLUNG

Frank Stella — Die Retrospektive.

10.02 – 21.04.96

Frank Stella gehört zu den Klassikern der Kunst der zweiten Jahrhunderthälfte und gilt in Fortführung des Abstrakten Expressionismus als einer der radikalen Reformer der Abstraktion. MEHR


AUSSTELLUNG

Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


AUSSTELLUNG

Mike Kelley — Katholische Vorlieben.

11.02 – 17.04.95

Mike Kelley hat mit seinen Installationen und Performances der amerikanischen Gegenwartskunst einen Stachel ins Fleisch getrieben. MEHR


AUSSTELLUNG, App

Ellsworth Kelly

07.10.11 – 22.01.12

Ellsworth Kelly (geb. 1923) zählt zu den wichtigsten Protagonisten der Farbfeld-Malerei. Seine überwiegend großformatigen Gemälde, die meist aus mehreren Tafeln bestehen, sind ein beeindruckendes Zusammenspiel von Form, Farbe und Raum. MEHR