Wunden der Erinnerung — Beate Passow und Andreas v. Weizsäcker.

AUSSTELLUNG 06.05 – 28.05.95

Mit "Wunden der Erinnerung" wollte das Haus der Kunst anlässlich der 50. Wiederkehr des Tages der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur das Augenmerk nicht auf die Jahrhundertverbrechen wie Guernica, Oradour oder Hiroshima lenken, sondern auf die nicht weniger schreckliche Alltäglichkeit des Krieges. Beate Passow (geb. 1945) und Andreas von Weizsäcker (1956–2008), beide Absolventen der Münchner Kunstakademie, markierten jene Spuren im Stadtbild, die der Krieg in Form von Einschusslöchern in den Häuserfassaden – auch im Haus der Kunst – hinterlassen hat und machten sie mittels Glasscheiben für den Passanten als "Wunden der Erinnerung" sichtbar. Ihre Installationen im öffentlichen Raum verstehen sich als visuelle Interventionen und als stiller Akt der Trauerarbeit. Die Fotografien in der Ausstellung dokumentieren diese Denk- und Mahnmale im öffentlichen Raum und regen zum Diskurs an.
Den Ausgangspunkt ihrer "Archäologie des 20. Jahrhunderts" bildet für die Künstler die biografische Auseinandersetzung mit den Folgen des Dritten Reichs in ihrer Heimatstadt München, der einstigen "Hauptstadt der Bewegung". Hier realisieren sie bereits 1993 drei Installationen über Kriegsnarben: Am Haus der Kunst (Kat. S. 38), an der Ziegelfassade der Universität an der Ludwig-/Ecke Schellingstraße (Kat. S. 33) sowie an der Skulptur des "Rossebändigers" von Hermann Hahn vor der Alten Pinakothek. Mit der Erweiterung des Projekts auf sechzehn Tafeln in neun Ländern finden darüber hinaus auch Beispiele in Polen, Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Tschechien und Österreich Beachtung. Sie fordern auch von diesen Ländern ein Bewusstsein für die Bedeutung einer offensiven Erinnerungskultur sowie eine grenzüberschreitende Kooperationsbereitschaft und verleihen dem Kunstwerk eine europäische Struktur.

Der broschierte Katalog umfasst 140 Seiten und ist mit zahlreichen Farbfotografien von Laurenz Berges illustriert. Er enthält neben dem Vorwort von Christoph Vitali Aufsätze von Monika Flacke, Michael Meuer, Perdita von Kraft, Hanna Krall, Esben Kjeldbaek, Auké de Vries, Freddy Derwahl, Paul Virilio, George Calteux, Ota Filip und Wolfgang Kos. Im Anhang finden sich die Biografien der Künstler.

Beate Passow und Andreas v. Weizsäcker, Wunden der Erinnerung, 1993-95, München, Schelling-/Ecke Ludwigstraße – Einschusslöcher an der Backsteinwand im ehemaligen Salinengebäude (heute Universität), Foto Laurenz Berges

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Bildergalerie


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Online-Datenbank zu allen 1937/38 aus deutschen Museen beschlagnahmten Werken "entarteter Kunst" - ein Projekt der FU Berlin MEHR