Sanierung des Haus der Kunst durch David Chipperfield Architects

Das Bayerische Ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und das Haus der Kunst freuen sich mitzuteilen, dass das Architekturbüro David Chipperfield Architects mit der Gesamtsanierung des Haus der Kunst beauftragt werden konnte. Die Endauswahl hatten vier weitere Architekturbüros erreicht, von denen drei mit ebenfalls hervorragenden Präsentationen an den entscheidenden Gesprächen mit der Jury teilnahmen. Neben dem Staatlichen Bauamt München 1, das die Sanierungsmaßnahmen federführend betreut und die europaweite Auftragsbekanntmachung im April 2013 veröffentlicht hatte, waren das Bayerische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Oberste Baubehörde München, sowie Okwui Enwezor (Direktor Haus der Kunst), Prof. Dr. Klaus Schrenk (Generaldirektor Bayerische Staatsgemäldesammlungen) und Prof. Andres Lepik (Direktor Architekturmuseum TU München) in der Jury vertreten. 

Die Jury überzeugte vor allem die große Erfahrung von David Chipperfield Architects im Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden sowie die Qualität der von David Chipperfield Architects bisher verantworteten Museumsbauten. Ebenso überzeugte der analytische und offene Ansatz, der genügend Raum bietet, um gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu erarbeiten. Nach Einschätzung von David Chipperfield Architects verlangt die Aufgabe weniger nach der Handschrift eines Architekten, als nach einer intelligenten Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen derzeitiger und künftiger Nutzungsformen. Dabei spielen drei Aspekte eine wichtige Rolle: Das Verhältnis des Haus der Kunst zum Stadtraum und dem angrenzenden Englischen Garten, Programm und zukünftige Nutzung des Hauses sowie die Architektur des Gebäudes. 

Okwui Enwezor, seit Oktober 2011 Direktor des Hauses, ist hocherfreut über die Entscheidung: "Die Renovierung des Haus der Kunst bietet nicht nur die seltene Gelegenheit, über die wunderbar proportionierten Räume nachzudenken, sondern auch für eine institutionelle Veränderung und Weiterentwicklung des Hauses. Sie bietet die einmalige Chance, das in der Architektur und Geschichte des Haus der Kunst verborgene Potenzial für zeitgenössische Kunst zu heben und für und über München hinaus sichtbar zu machen." 

"Heute, da sich die Erinnerung an seine Erbauung zu Geschichte wandelt, haben wir die Möglichkeit, die Gegenwart des Haus der Kunst neu zu sehen. Dies eröffnet Perspektiven für das Haus als Baudenkmal und als Institution“, kommentiert Alexander Schwarz, Partner bei David Chipperfield Architects Berlin, die neue Aufgabe. Mit der Auswahl des Architekturbüros beginnen nun die Planungsphase und die Erstellung der Haushaltsunterlage, die dem Bayerischen Landtag zur Genehmigung vorgelegt werden wird. Mit dem Beginn der Sanierung wird im Jahr 2015/2016 gerechnet. 

Über den Architekten

David Chipperfield Architects mit derzeit mehr als 200 Mitarbeitern wurde 1985 in London gegründet. Das Büro hat weitere Standorte in Berlin, Mailand und Shanghai. In Deutschland hat David Chipperfield Architects in den vergangenen Jahren u.a. den Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin (1997-2009), das Museum Folkwang in Essen (2007-2010), den Masterplan für die Berliner Museumsinsel sowie das Literaturmuseum der Moderne in Marbach (2002-2006) verantwortet. Derzeit ist es mit der Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie in Berlin beauftragt (2012-2018). Im Oktober erhielt David Chipperfield den Praemium Imperiale, den "Nobelpreis der Künste", für Architektur.

Über das Haus der Kunst 

Das "Haus der Deutschen Kunst", eines der am stärksten kontrovers diskutierten Baudenkmäler Münchens mit ikonischem Charakter, war als erster repräsentativer Monumentalbau des "Dritten Reiches" geplant, wurde 1937 eröffnet und fungierte sieben Jahre lang als Ausstellungsort für die "Große Deutsche Kunstausstellung". Nach dem Krieg zog vorübergehend die amerikanische Militärregierung ein. Seit Ende der 1940er-Jahre entwickelte sich das Haus der Kunst zu einem international renommierten Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst, das heute durch innovative Ausstellungen und Vermittlungsprogramme breite Anerkennung genießt. 

Ansprechpartner für Fragen zu Renovierung und Verfahren
Dr. Stephan N. Barthelmess
Leiter Kommunikation, Marketing & Development 
T +49 89 21127 131
F +49 89 21127 157 Fax
barthelmess@hausderkunst.de

© Ute Zscharnt für David Chipperfield Architects
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© Maximilian Geuter
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