Geschichte am historischen Ort: München als zentrale Kultstätte der NSDAP

Workshop Samstag, 07.10, 9.30 Uhr

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in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum München

München hatte eine besondere Funktion als nationalsozialistische Kunstmetropole, als Zentrum des Parteiapparats der NSDAP und als Ort des Parteikults. Die Stadt erhielt von Adolf Hitler die Titel „Hauptstadt der Deutschen Kunst“ und „Hauptstadt der Bewegung“.

München war bis 1945 Sitz der Reichsleitung der NSDAP. Das Umfeld des Königsplatzes bildete das Zentrum der Parteiorganisation. Hier entstand mit dem „Führerbau“ (heute Hochschule für Musik und Theater), dem „Verwaltungsbau der NSDAP“ (heute Haus der Kulturinstitute) sowie dem „Braunen Haus“ (heute Neubau des NS-Dokumentationszentrums) das erste repräsentative Bauensemble des NS-Regimes. Zudem war der Königsplatz mit den beiden „Ehrentempeln“ (1947 bis auf die Sockel gesprengt) ab 1935 zentraler Ort des „Märtyrerkults“ für die 16 Toten des Putschversuchs vom 9. November 1923.

Als „Hauptstadt der Deutschen Kunst“ fiel der Stadt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Ideologie und Propaganda des NS-Regimes in der Kunst zu. Das 1937 eröffnete „Haus der Deutschen Kunst“ (heute Haus der Kunst) hatte eine Schlüsselfunktion für die Demonstration nationalsozialistischer Kunstpolitik und war in diesem Zusammenhang die maßgebende Institution. Hier fand bis 1944/45 jährlich die „Große Deutsche Kunstausstellung“ statt, die wichtigste Werk- und Verkaufsschau „deutscher“ Kunst.

Im Rahmen des Workshops werden die beiden Standorte NS-Dokumentationszentrum und Haus der Kunst besucht und ihre Geschichte am historischen Ort erläutert. Das Seminar diskutiert die ehemalige Funktion des „Braunen Hauses“, des Königsplatzes und des „Hauses der Deutschen Kunst“ als Propagandainstrumente der Nationalsozialisten, ihre architektonische Konzeption sowie ihre Nutzungsgeschichte nach 1945. Welche Rolle spielen die baulichen Hinterlassenschaften des NS-Regimes für unsere heutige Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe? Die Teilnehmer erhalten im Rahmen des Workshops Einblick in Dokumente und Materialien aus dem Bestand des Historischen Archivs des Haus der Kunst, die gemeinsam  analysiert werden.

Referenten
Felizitas Raith, wissenschaftliche Mitarbeiterin am NS-Dokumentationszentrum München im Bereich Bildung
Thomas Rink, wissenschaftlicher Mitarbeiter im NS-Dokumentationszentrum München im Bereich Bildung
Sabine Brantl, Kuratorin Archiv und Leitung Bildungsprogramme am Haus der Kunst

Der Workshop findet im  NS-Dokumentationszentrum, Brienner Straße 34 und im Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1 statt.

Treffpunkt: NS-Dokumentationszentrum, Brienner Straße 34
Dauer: 6,5 Stunden (mit Pause)
Ticket: 10 EUR
Begrenzte Teilnehmerzahl – Anmeldung unter: archiv (at) hausderkunst.de
Für Schulklassen nach Vereinbarung

Der Architekt Paul Ludwig Troost vor dem Modell des „Hauses der Deutsche Kunst“, August 1933. Foto: Bayerische Staatsbibliothek, München / Bildarchiv

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