Filmprogramm zur Ausstellung "Joana Hadjithomas & Khalil Joreige: Two Suns in a Sunset"

Filmscreening

Im Zentrum der Filme und Fotografien von Joana Hadjithomas und Khalil Joreige steht die Geschichte ihres Heimatlandes Libanon. Durch ihre Erfahrungen im libanesischen Bürgerkrieg (1975–1990) früh politisiert, definieren sie die Rolle von Bildern in Bezug zu Erinnerung und Geschichte neu und erforschen deren Narrative. Begleitend zur Ausstellung werden jeweils samstags von 12-18 Uhr im Auditorium im Haus der Kunst fünf Filme des Künstlerpaares gezeigt.

A Perfect Day (Ein perfekter Tag)
2005, 92 min., mit Julia Kassar, Ziad Saad, Alexandra Kahwaji, arabisch mit englischen Untertiteln

Malek steckt im Stau und erhascht einen flüchtigen Blick auf Zeina, die er liebt. Verzweifelt versucht er sie per SMS zu erreichen, aber sie will ihn nicht mehr sehen. Zeina verschwindet im mittäglichen Verkehrschaos von Beirut. Der junge Mann leidet an Schlafapnoe, immer wenn er zur Ruhe kommt, schläft er ein, was seine Desorientiertheit noch verstärkt. Seine Mutter Claudia hat sich noch immer nicht damit abgefunden, dass Maleks Vater vor fünfzehn Jahren verschwunden ist. Sie verlässt nie das Haus, falls ihr Mann doch noch zurückkommen sollte; Malek fährt währenddessen alleine durch die Stadt. Beide versuchen, mit der Leere verlorener Liebe zurechtzukommen. Aber heute könnte der "perfekte Tag" sein, um die Gespenster der Vergangenheit zu besänftigen. Malek bringt seine zögerliche Mutter dazu, ihren Mann "in Abwesenheit einer Leiche" für tot erklären zu lassen. Am selben Abend, in einem trendigen Nachtclub, wo die Jugend ihre Sorgen wegtanzt, scheint Zeina bereit zu sein, Maleks sehnsuchtsvoller Liebe eine zweite Chance zu geben.

Je veux voir (I Want To See)
2008, 82 min., mit Catherine Deneuve und Rabih Mroué, französisch mit englischen Untertiteln

Juli 2006. Im Libanon bricht der Krieg aus. Das Künstlerduo weiß nicht mehr, was sie schreiben, welche Geschichten sie erzählen, welche Bilder sie zeigen sollen. Sie fragen sich: Was kann Kino? Sie beschließen, diese Frage in die Wirklichkeit zu übersetzen und fliegen nach Beirut mit einer Ikone – einer Schauspielerin, die für die Künstler das Kino an sich symbolisiert, Catherine Deneuve. In Beirut trifft sie den langjährigen Freund der Künstler, den Künstler und Schauspieler Rabih Mroué. Gemeinsam fahren sie durch die Gegenden, die der Krieg verwüstet hat. Durch ihre Anwesenheit, ihr Zusammentreffen, hoffen die Künstler, die Schönheit wiederzufinden, die ihre Augen nicht mehr sehen können. Es ist der Anfang eines unvorhersehbaren Abenteuers.

The Lost Film (Der verlorene Film)
2003, 42 min., arabisch mit englischen Untertiteln

Am zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung von Nord- und Südjemen ist dort eine Kopie des ersten Spielfilms des Künstlerduos verloren gegangen. Ein Jahr später sind sie dort auf den Spuren des verlorenen Films. Ihre Nachforschungen führen sie von Sanaa nach Aden – eine persönliche Suche, bei der das Bild und ihre Stellung als Filmemacher in diesem Teil der Welt in den Mittelpunkt rücken.

Ramad (Asche)
2003, 26 min., mit Rabih Mroué, Nada Haddad, Neemat Salamé, arabisch mit englischen Untertiteln

Nabil kehrt mit der Asche seiner Vaters, der im Ausland gestorben ist, nach Beirut zurück. Er versucht seine Trauer zu überwinden, während die Familie darauf besteht, bei der Bestattung einer nicht vorhandenen Leiche ganz nach den Riten und Gebräuchen zu handeln.

The Lebanese Rocket Society (The Strange Tale of the Lebanese Space Race) (Die libanesische Raketengesellschaft. Die merkwürdige Geschichte des libanesischen Wettlaufs ins Weltall)
2013, 94 min., arabisch mit englischen Untertiteln

In den frühen 1960er-Jahren, während des Kalten Krieges und der Blütezeit des Panarabismus, beschloss eine Gruppe utopisch gestimmter Studenten und Wissenschaftler, sich dem internationalen Wettlauf ins Weltall anzuschließen, und gründete die libanesische Raketengesellschaft. Manchmal sind Träume in der Lage, eine qualvolle Geschichte zu überholen.

Freier Eintritt mit Ausstellungsticket

Joana Hadjithomas & Khalil Joreige, ISMYRNE, 2016, Coproduction Jeu de Paume, Paris and Sharjah Art Foundation, Sharjah © Joana Hadjithomas & Khalil Joreige. Galerie In Situ — fabienne leclerc.

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