Entnazifizierung in Nachkriegsdeutschland – Kunst, Kultur, Medien

Workshop 13.02.17, 14:30 Uhr

Der Prozess der Entnazifizierung war ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgesellschaft und kreiste um die Frage nach Schuld und Verantwortung, aber auch um Verharmlosung und Verdrängung. Der Workshop beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Entnazifizierung des Kulturlebens in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Er berührt damit in symptomatischer Weise die Geschichte des Haus der Kunst, das von 1933-1937 nach Plänen von Hitlers bevorzugtem Architekten Paul Ludwig Troost als "Haus der Deutschen Kunst" errichtet und 1937 eröffnet wurde. 1937 bis 1945 diente das Gebäude als Propagandainstrument und maßgebliche Institution nationalsozialistischer Kunstpolitik.

Durch historische Dokumente wie z.B. den Spruchkammerakten von Protagonisten wie der Architektenwitwe Gerdy Troost, des Bildhauers Arno Breker und Hitlers Leibfotografen Heinrich Hoffmann, erhalten die Teilnehmer des Workshops Einblick in die Geschichte der Institution. Welchen Einfluss hatte - und hat - die politische Beurteilung dieser prominenten Fälle auf das Bild des Kulturschaffenden der Nachkriegszeit? Außerdem richtet der Workshop den Blick auf bis heute so brisante Themen wie NS-Raubkunst und Restitution. Bei einem abschließenden Rundgang durch die Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965" wird diskutiert, wie die Frage nach Täterschaft und Verantwortung von Künstlern aus unterschiedlichen Ländern zwischen 1945 und 1965 untersucht und verhandelt wurde.

Referenten

Felizitas Raith ist Historikerin und war langjährig am Max Mannheimer Studienzentrum Dachau tätig, zuletzt als pädagogische Leiterin. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am NS-Dokumentationszentrum München im Bereich Bildung.

Thomas Rink studierte Neuere Geschichte und Philosophie in Bochum und Potsdam. 1999 und von 2004 bis 2006 war er für die Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz tätig und von 2001 bis 2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Museum für die Ausstellung „Holocaust“. Von 2003 bis 2005 erhielt Rink einen Lehrauftrag für den Fachbereich Jüdische Studien an der Universität Potsdam. Seit 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im NS-Dokumentationszentrum München im Bereich Bildung.

Sabine Brantl ist Historikerin. Nach ihrem Studium in München und Wien leitet sie seit 2005 das Historische Archiv im Haus der Kunst, wo sie seit 2014 als Kuratorin tätig ist. Sie co-kuratierte u.a. die Ausstellung "Geschichten im Konflikt. Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1937–1955" (2012) und ist verantwortlich für die Archiv Galerie, einem permanenten Ausstellungsraum zur Geschichte des Haus der Kunst (seit 2014). 2007 veröffentlichte sie die Monografie "Haus der Kunst, München. Ein Ort und seine Geschichte im Nationalsozialismus".

Termine
Workshop für Lehrerinnen und Lehrer
Montag, 13.02.17, 14:30 Uhr

Dauer: 2.5 Stunden

Eintritt frei

Workshop für Schüler ab 9. Jahrgangsstufe

Individuell buchbar

Dauer: 4 Stunden

Tickets: 4 € (inkl. Ausstellungseintritt)

Anmeldung unter: archiv (at) hausderkunst.de

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Heinrich Hoffmann (links), Gerdy Troost und Adolf Hitler im Haus der Deutschen Kunst, 20. Juni 1942. © Bayerische Staatsbibliothek München/Bildarchiv

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Postwar 

14.10.16 – 26.03.17 


Video

Postwar / Trailer

Der Trailer gibt einen Einblick in global ausgerichtete Ausstellung, die den Besucher in acht Kapiteln durch die ersten 20 Jahre nach dem Krieg führt. MEHR


Video

Postwar / Ausstellungsfilm

Der Ausstellungsfilm erlaubt einen Blick auf die Werke in der Ausstellung, kommentiert von den drei Ko-Kuratoren Okwui Enwezor, Katy Siegel und Ulrich Wilmes. MEHR

Bildergalerie


Publikation

Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965 - Ausstellungsführer

14.10.16

MEHR


AUSSTELLUNG

Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965

14.10.16 – 26.03.17

Das Ausstellungsprojekt "Postwar" untersucht die Nachkriegszeit erstmals als globales Phänomen. MEHR


Filmscreening

Filmprogramm — "Postwar"

14.10 – 27.11.16

Kuratiert von dem renommierten Wissenschaftler und Kurator Mark Nash wird in dieser Spielzeit eine Serie von Filmen vorgeführt, die innovative Filmemacher aus unterschiedlichen Ländern vorstellen. MEHR


Begleitheft für Lehrer zur Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965"

Hier finden Sie das Begleitheft für Lehrer zur Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965" MEHR


Arbeitsblätter

Arbeitsblatt zur Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965"

Hier finden Sie das Arbeitsblatt zur Ausstellung "Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965" MEHR


Workshop 6-12 Jahre

Postwar

Samstag, 25.03, 11 Uhr

Kunstlabor III: Zeichnung MEHR


Workshop, 9-12 Jahre

Postwar

Sonntag, 26.03, 14 Uhr

Audio Workshop: Wie kommt der Ton aufs Band oder ein Interview ins Radio? MEHR


Workshop, 13-17 Jahre

Postwar

Sonntag, 26.03, 14 Uhr

Audio Workshop: Wie kommt der Ton aufs Band oder ein Interview ins Radio? MEHR


Konferenz

"Nachkriegskunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965"

21.05 – 24.05.14

In Zusammenarbeit mit der Tate Modern wird vom 21. bis 24. Mai 2014 im Haus der Kunst eine Konferenz zum Thema "Nachkriegskunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965" stattfinden mit dem Ziel, die beiden Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu bedenken und zu analysieren. MEHR