Ellsworth Kelly. Retrospektive.

AUSSTELLUNG 17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly (*1923) zählt zu den Klassikern der amerikanischen Nachkriegskunst. Er gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. Im Unterschied zu seinen amerikanischen Zeitgenossen suchte Kelly die intensive Auseinandersetzung mit der klassischen europäischen Moderne. Nach dem Krieg zog es ihn nach Paris, wo er von 1948 bis 1954 lebte und die Bekanntschaft von Arp, Brancusi, Matisse, Mondrian und Vantongerloo machte. Daneben galt sein Interesse der romanischen und byzantinischen Kunst und Architektur.
Den Auftakt zur Ausstellung macht "Window" (1949), ein Werk, das ein Fenster des Museums für moderne Kunst in Paris wiedergibt und in der Verbindung von Gemälde und Relief bereits Merkmale des späteren Schaffens von Ellsworth Kelly vorwegnimmt: Es erscheint als Abbild der sichtbaren Wirklichkeit und behauptet sich zugleich als eigenständiges Objekt. In anderen frühen Arbeiten wie "Spectrum Colors Arranged by Chance" (1951-53) opponiert der Künstler gegen die klassische Bildkomposition durch Einbeziehung des Zufalls. Nach seiner Rückkehr nach New York setzt sich Kelly mit den aktuellen Kunstrichtungen der Pop Art und Minimal Art auseinander, denen er mit Wand-Boden-Stücken wie "Blue Red" (1966) in der Kombination von plakativer Farbe und geometrischer Fläche, von Bild und Plastik, zu eigener Gestalt verhilft. Von der Erweiterung des Bildes in den Raum gelangt Kelly mit "Pony" (1959) zu ersten frei stehenden Aluminiumskulpturen. Mit der erstmals in einer Ausstellung gezeigten Arbeit "Color Panels for a Large Wall" (1978), einer 18-teiligen Serie von rechtwinkligen, monochromen Leinwänden, macht er das Bild zum Teil der Wand und die Architektur zum Bildgrund. Seit den 1970er-Jahren nimmt Kelly gekurvte Formen, "Curves", in sein Formenvokabular auf, die trotz ihrer streng reduzierten Bildsprache und ihrer monochromen Farbgebung den organischen Charakter seiner Werke betonen und neue Dimensionen des Räumlichen erschließen. Mit spielerischer Leichtigkeit lassen die freieren, gekurvten Formen der jüngeren Arbeit "Three Panels: Orange, Dark Gray, Green" (1986) die Wand zurücktreten, tänzerisch bewegte Flächenbeziehungen dominieren nun den Raum.

Ellsworth Kelly, Spektralfarben, zufällig arrangiert, 1952-53, Privatsammlung
Ellsworth Kelly, Spektralfarben, zufällig arrangiert, 1952-53, Privatsammlung
Ellsworth Kelly, Gelb Schwarz, 1988, Sammlung Douglas S. Cramer
Ellsworth Kelly, Gelb Schwarz, 1988, Sammlung Douglas S. Cramer
Ellsworth Kelly, Rote Kurve, 1986, Sammlung Meyerhoff, Phoenix, MD
Ellsworth Kelly, Rote Kurve, 1986, Sammlung Meyerhoff, Phoenix, MD
Ellsworth Kelly, Orange Relief with Green, 1991, Tate Gallery, London
Ellsworth Kelly, Orange Relief with Green, 1991, Tate Gallery, London
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi
Ellsworth Kelly. Retrospektive, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1997, Foto Wilfried Petzi

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