Sigmar Polke — Remix. Kugelsichere Ferien

AUSSTELLUNG 17.11.95 – 21.01.96

Das alljährlich erscheinende Heft Nr. 46 des Magazins der Süddeutschen Zeitung war 1995 dem Künstler Sigmar Polke (geb. 1941) gewidmet – mehrfach auf der documenta und der Biennale vertreten, langjähriger Professor an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, Träger zahlreicher Preise und eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Gegenwartskunst. Die Blätter der 15 Doppelseiten umfassenden Serie tragen den Titel "Kugelsichere Ferien" und greifen die Kugeln und Punkte seiner Rasterbilder auf, mit denen er seit 30 Jahren die mediale Bildwelt konterkariert. Parallel zum Heft präsentierte das Haus der Kunst die Originalblätter aus dem "Bilderalbum", ergänzt durch aktuelle Arbeiten auf Papier.
Der Ausstellungstitel "Remix" spielt auf Sigmar Polkes Methode an, gefundenes Bildmaterial wie Zeitungsfotos, Karikaturen und Comics in Collagen zu fassen und neu aufzubereiten. Die Blätter sind darüber hinaus malerisch bearbeitet, mit Zeichnungen von der Hand des Künstlers ergänzt und mit einem Raster aus Punkten überzogen. Polke verwendet das Raster seit den 1960er-Jahren als Gestaltungselement und setzt sich damit – wie Roy Lichtenstein, der so die amerikanische Pop Art begründete – kritisch mit der Technik der vergröbernden und nivellierenden Bildvermittlung in den Massenmedien auseinander. Einerseits werden im Muster die farblich akzentuierten Darstellungen eines Astronauten und einer Obstschale unscharf, andererseits beginnen sich die Punkte als ornamentale Form zu verselbstständigen: Sie dominieren das Bild nach Art von Atomgittern oder führen ein Eigenleben als Streichholzköpfe.
Polkes Arbeiten leben darüber hinaus vom kreativen Einsatz des Fotokopiergeräts. Die mehrfach übereinander kopierten Darstellungen werden erneut auf den Kopierer gelegt, aber während des Kopiervorgangs wieder herausgezogen. Die ohnehin unscharfen Bilder erfahren so – wie bei der Darstellung einer Polizeikontrolle oder eines Popkonzerts – eine Verzerrung, in der die Sehnsucht der Futuristen und der Action-Painter wieder auflebt, im statischen Bild dynamische Prozesse darzustellen.
In der raffinierten Doppeldeutigkeit von medialem Verweis und direktem Einbezug des Zeitungsbildes lotet Sigmar Polke – wie immer mit ironischer Distanz – die Schnittstellen von Wirklichkeit und ihrer Darstellung aus und macht die Reflexion über das Medium zum Motiv seiner Kunst.

Sigmar Polke, Astronaut aus: Kugelsichere Ferien, 1995, Zyklus für die "Edition No. 46" des Magazins der Süddeutschen Zeitung, Besitz des Künstlers

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AUSSTELLUNG

Wunden der Erinnerung — Beate Passow und Andreas v. Weizsäcker.

06.05 – 28.05.95

Mit der Ausstellung wollte das Haus der Kunst anlässlich der 50. Wiederkehr des Tages der Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur das Augenmerk auf die schreckliche Alltäglichkeit des Krieges. MEHR


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Gut gewachsen — Aktuelle Kunst in München.

08.11.95 – 21.01.96

Die zweite Ausstellung in der Reihe, die Positionen vorstellt, welche jeweils ein spezifisches Spektrum des künstlerischen Schaffens in der Stadt repräsentieren. MEHR


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Ernste Spiele

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AUSSTELLUNG

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Barnes Collection

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Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


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Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR


AUSSTELLUNG

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16.11 – 12.12.93

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AUSSTELLUNG

Per Kirkeby — Vorahnung Nordpol.

16.11.94 – 15.01.95

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, das in seiner alljährlichen Novemberausgabe "Nummer 46" den eigens dafür geschaffenen Zyklus nach Art eines mit Pastellkreide gezeichneten Bildromans präsentierte. MEHR


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Richard Prince

15.11.96 – 06.01.97

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Mike Kelley — Katholische Vorlieben.

11.02 – 17.04.95

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AUSSTELLUNG

Imi Knoebel

23.08 – 20.10.96

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AUSSTELLUNG

Beauty now

10.02 – 01.05.00

Lange Zeit war das Schöne keine Kategorie der modernen Kunst – Mode, Werbung und Massenmedien hatten es für sich beansprucht. Seit einigen Jahren jedoch zeichnet sich die Rückkehr der Schönheit in die Kunst der Gegenwart ab. MEHR