Der Glanz der Farnese — Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance.

AUSSTELLUNG 02.06 – 27.08.95

Der Aufstieg der italienischen Adelsfamilie Farnese begann 1493 mit der Ernennung Alessandro Farneses zum Kardinal und späteren Papst Paul III. und begründete ihren Ruhm vor allem durch die Politik des Nepotismus, die Einsetzung von Verwandten in politische und kirchliche Ämter. Als Fürsten der Herzogtümer Castro, Parma und Piacenza taten sie sich im 16. Jahrhundert durch eine außergewöhnliche Prachtentfaltung hervor. Es entstanden zahlreiche Paläste, wie der von Michelangelo in Rom erbaute Palazzo Farnese, der das Machtzentrum der Familie bildete. Eine herausragende Kunstsammlung zeugt von der Sammelleidenschaft und der mäzenatischen Auftragsvergabe an die berühmtesten Künstler der Renaissance. Der "Glanz der Farnese" beruht auf dem Glanz großer Kunst und diente doch letztlich dem Ziel, den eigenen Herrschaftsanspruch zu untermauern.
Im Mittelpunkt der Kunstsammlungen stand die Pinakothek mit Werken der bedeutendsten zeitgenössischen Maler. Unter den grandiosen Porträts, die Alessandro in Auftrag gab, findet sich nicht nur Raffaels "Bildnis des Kardinals Alessandro Farnese" (um 1510), sondern auch das paradigmatische Gemälde "Bildnis des Papstes Paul III. mit seinen Enkeln" (um 1545/46) aus der Hand Tizians. Dieser schuf auch die "Danae" (1544), die, ebenso wie andere Werke von Meistern der Hochrenaissance, etwa Lorenzo Lotto und Andrea Mantegna, hinter den mythologischen und biblischen Motiven die sinnenfreudige Seite des Papstes offenbarten. Spezielle Beachtung schenkten die Farnese der Kunst in ihren neuen Stammlanden Parma und Piacenza und erwarben Hauptwerke von Parmigianino ("Bildnis des Galeazzo Sanvitale", um 1523/24) und Correggio ("Die mystische Vermählung der Hl. Katharina", um 1520). Der junge El Greco schuf für die Farnese das Nachtbild "Knabe, der eine Kerze anzündet" (um 1570/72). Als Statthalter des Kaisers in den Niederlanden interessierte sich Alessandro auch für die holländische Malerei im Umkreis von Pieter Bruegel ("Der Misanthrop", 1568). Um 1600 berief Kardinal Odoardo Farnese die Brüder Carracci, Wegbereiter des Barock, nach Rom, wo sie Tizians Stelle als Hofmaler einnahmen und Fresken sowie zahlreiche religiöse Gemälde hinterließen (Annibale Carracci, "Pietà", um 1600). In der Galerie der Carracci fanden zahlreiche Marmorbildwerke Aufstellung, die im Rückbezug auf die Antike die direkte Nachfolge der Farnese untermauern sollten.
Der große Gelehrte, Kunstkenner und langjährige Kunstberater der Farnese, Fulvio Orsini, hinterließ ihnen seine Sammlung exquisiter Zeichnungen mit Blättern von Raffael, Michelangelo, Parmigianino und vielen anderen. Er war es auch, der für die Farnese als deren Berater eine hervorragende Sammlung antiker und zeitgenössischer Münzen und Medaillen anlegte.

In Zusammenarbeit mit Soprintendenze per i Beni Artistici e Storici von Parma, Piacenza und Neapel; Soprintendenza Archeologica di Napoli e Caserta; Agenzia di Iniziative Culturali dell' Emilia Romagna, AICER.

Tizian, Danae, Neapel, Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte
Tizian, Danae, Neapel, Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte
El Greco, Die Heilung des Blinden, o.D., Galleria Nazionale, Parma
El Greco, Die Heilung des Blinden, o.D., Galleria Nazionale, Parma
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi
Der Glanz der Farnese – Kunst und Sammelleidenschaft in der Renaissance, Installationsansicht, Haus der Kunst, 1995, Foto Wilfried Petzi

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