Kôshikei [Death by Hanging] / Filmscreening im Rahmen von Haegue Yangs Installation für die Serie "Der Öffentlichkeit — Von den Freunden Haus der Kunst"

Filmscreening 13.09.13

Einführung: Suh Kyungsik

Ein Koreaner soll in Japan wegen Vergewaltigung und Mordes hingerichtet werden. Er überlebt die Hinrichtung, verliert aber die Erinnerung. Das Räderwerk der Justiz beginnt zu zerfallen, die Grenzen zwischen Opfer und Henker verschwimmen. Indem der Verbrecher seine Identität leugnet, dementiert er auch seine Schuld, und was zuvor gerecht erschien, wirkt nun absurd und grotesk. Das rituelle Endspiel thematisiert intensiv und streng die Unterdrückung eines Mannes, der als einst von Japan kolonisierter Koreaner, Arbeiter und Außenseiter die moralische Norm der Herrschenden ablehnt. Eine Revolte gegen den schuldig gewordenen Staat. Der Film basiert auf der wahren Geschichte eines Koreaners, der beschuldigt wurde, 1958 zwei japanische Schulmädchen ermordet zu haben. In seiner Einführung unterzieht Suh Kyungsik den Begriff "Zainichi" (für einen "permanent in Japan lebenden Fremden") sowie die politischen Umstände der Zeit einer kritischen Analyse.

Japan 1968 – R: Nagisa Ôshima – B: Nagisa Ôshima, Michinori Fukao, Mamori Sasaki, Takeshi Tamura – K: Yasuhiro Yoshioka – M: Hikaru Hayashi – D: Kei Satô, Fumio Watanabe, Toshirô Ishidô, Masao Adachi, Akiko Koyama, Doyun Yu. 
117 min, Original mit englischen Untertiteln 

Weitere Termine
→ Dear Pyongyang, Samstag, 14.09, 21 Uhr
→ A Journey to Primo Levi – The Legacy of an Auschwitz Survivor, Sonntag, 15.09, 21 Uhr

"Kôshikei [Tod durch Erhängen]", Japan 1968, Regie: Nagisa Ôshima (Filmstill)

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