Robin Rhode. Walk Off

AUSSTELLUNG 16.09.07 – 06.01.08

Robin Rhode wurde 1976 in Kapstadt geboren und wuchs im südafrikanischen Johannesburg auf – der Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate der Welt. Bereits 1997 begann Rhode, künstlerisch zu arbeiten – Inspirationsquelle und Aktionsraum seiner Kunst war und ist bis heute die Straße. Ob eine Mauer in Johannesburg oder das Pflaster in Berlin – Rhode eignet sich vorübergehend Flächen im öffentlichen Raum an, zeichnet mit Kreide Objekte darauf und tritt anschließend mit diesen in Interaktion: Er malt ein Fahrrad auf den Boden und versucht es wegzuschieben, er zeichnet ein Auto auf eine Wand und versucht es mit einer Brechstange zu öffnen. Diese einzigartige Verbindung von Zeichnung und Performance ist für die Kunst Robin Rhodes charakteristisch: Der vorgestellte zeichnerische Raum wird Wirklichkeit, weil der Künstler ihn wie Wirklichkeit behandelt.
Ein zentrales Thema seiner Kunst ist dabei das allgemein menschliche Wunschdenken, die Sehnsucht nach etwas; in der Performance "The Score" ist es ein Live-Auftritt mit einer Band: Rhode zeichnet Trompete, Bass und Schlagzeug auf eine Wand und 'spielt' dann – passend zu Melodien und Klängen, die im Hintergrund laufen – auf den Instrumenten. Durch seine Interaktion mit dem nur Vorgestellten, Gezeichneten, kreiert Rhode eine ganz neue, künstlerische Wirklichkeit, die sich selbst genügt: "Sometimes if you have nothing, you actually have everything." (Robin Rhode)
Während die frühen Arbeiten Rhodes nur mit der Greifbarkeit von Gegenständen spielen, wird diese bei seinen skulpturalen Arbeiten eingelöst; sie haben den gegenständlichen Aggregatzustand erreicht. Allerdings hat ihnen Rhode nur eine beschränkte Lebensdauer mitgegeben: In der Arbeit "Soap and Water" (2007) etwa steht neben einem Fahrrad aus lindgrüner Seife ein mit Wasser gefüllter Blecheimer – putzt man das Fahrrad, löst es sich in Lauge auf...
"Walk Off" ist die erste umfangreiche Ausstellung Robin Rhodes in Europa. Zu sehen sind u.a. Zeichnungen, Fotografien, Animationen und Skulpturen – ergänzt durch einen Aktionsraum, in dem Rhode eine Wandzeichnung produzieren und gemeinsam mit dem Tänzer Jean-Baptiste André und dem Komponist Thomas Larcher eine Performance erarbeiten wird. Robin Rhode lebt und arbeitet in Berlin und Johannesburg.

Robin Rhode, Wheel of Steel [Rad aus Stahl], 2006, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode
Robin Rhode, Wheel of Steel [Rad aus Stahl], 2006, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode
Robin Rhode, Harvest [Ernte], 2005, Still, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Tucci Russo Studio per l'Arte Contemporanea, Turin © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Harvest [Ernte], 2005, Still, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Tucci Russo Studio per l'Arte Contemporanea, Turin © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Soap and Water [Seife und Wasser], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Soap and Water [Seife und Wasser], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Cap n' Coins [Mütze und Münzen], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Cap n' Coins [Mütze und Münzen], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Empties (Brown) [Leergut (braun)], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Empties (Brown) [Leergut (braun)], 2007, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Ergebnis der Performance
Robin Rhode, Ergebnis der Performance "Frequency", 2007, die zur Eröffnung der Ausstellung statt fand, erarbeitet von Robin Rhode gemeinsam mit dem Tänzer Jean-Baptiste Andrè und dem Komponisten Thomas Larcher, Installationsansicht Haus der Kunst, 2007, Foto Wilfried Petzi
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Blackhead [Schwarzkopf], 2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York und Carlier / Gebauer, Berlin © Robin Rhode
Robin Rhode, Color Chart [Farbdiagramm], 2004-2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode
Robin Rhode, Color Chart [Farbdiagramm], 2004-2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode
Robin Rhode, Color Chart [Farbdiagramm], 2004-2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode
Robin Rhode, Color Chart [Farbdiagramm], 2004-2006, Detail, Courtesy Perry Rubenstein Gallery, New York © Robin Rhode

Stretch your view


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Bildergalerie


Edition

Robin Rhode, Walk Off, 2007

Beim Baseball verlässt das Team unmittelbar nach dem "walk off home run" das Spielfeld. Für Robin Rhode ist der "walk off" das letzte Bild einer Serie oder der letzte Strich einer Zeichnung, die den Ton der gesamten Arbeit angibt. MEHR


Essay

Die Bedingungen der Spektralität und des Sehens in den Fotografien von Thomas Ruff

Aufsatz von Okwui Enwezor MEHR


AUSSTELLUNG

Andreas Gursky

17.02 – 13.05.07

Die Bilder des international renommierten Fotografen Andreas Gursky sind keine Darstellungen der Wirklichkeit; sie sind künstlerisch begründete Ideale – von der Zeit losgelöste Momente. MEHR


Video, Gespräch

Thomas Ruff im Interview mit Thomas Weski

16.02.12

Das Werk Thomas Ruffs ist hinsichtlich seiner Vielschichtigkeit und Komplexität in der Geschichte der künstlerischen Fotografie einzigartig. Kurator Thomas Weski befragte den Künstler MEHR


AUSSTELLUNG

Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


AUSSTELLUNG

Bernd und Hilla Becher

16.06 – 19.09.04

Die Ausstellung in München wurde im Vergleich zum ersten Tourneeort Düsseldorf um ein Viertel erweitert und ist mit über 80 Typologien, der Dokumentation der Zeche Zollern 2 und mit über 50 Aufnahmen von Industrielandschaften die bislang größte Ausstellung des Künstlerpaars zu diesem Thema. MEHR


AUSSTELLUNG

Parrworld

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Seit mehr als 30 Jahren dokumentiert der britische Fotograf Martin Parr gesellschaftliches Leben und Alltagskultur vorwiegend in seiner Heimat Großbritannien, darüber hinaus globale Phänomene wie Massentourismus, Konsumverhalten oder Freizeitgestaltung. MEHR


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William Eggleston

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AUSSTELLUNG

Michael Schmidt

21.05 – 22.08.10

Mit den Arbeiten des Berliner Künstlers Michael Schmidt zeigt das Haus der Kunst eine weitere stilbildende Position der zeitgenössischen Fotografie. "Grau als Farbe" ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung des Künstlers. MEHR


Essay

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern]

Withholding Images [Über das Zurückhalten von Bildern] MEHR


AUSSTELLUNG

Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

21.01 – 26.03.95

Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


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Germaine Krull

22.01 – 12.03.00

Germaine Krull profilierte sich als große Fotografin vor dem Hintergrund einer kosmopolitischen Biografie. Geboren in Ostpreußen, aufgewachsen in Italien, Frankreich und der Schweiz, begann sie 1915 ihre Fotografie-Ausbildung in München. MEHR


AUSSTELLUNG

Herlinde Koelbl

16.03 – 14.05.00

Wie verändern sich Menschen, die Minister, Bundeskanzler oder Leiter eines großen Unternehmens werden, unter dem Druck der Verantwortung und der öffentlichen Aufmerksamkeit? MEHR


AUSSTELLUNG

Sammlung Herzog

06.04 – 12.06.05

"Wichtiger als ein berühmter Autorenname ist der Bildinhalt." (Ruth Herzog) Das Haus der Kunst zeigte ausgewählte Werke der Sammlung Ruth und Peter Herzog aus Basel. MEHR


AUSSTELLUNG

Robert Adams

29.06 – 25.09.05

Robert Adams gehört zu den stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seit nunmehr vier Jahrzehnten dokumentiert er die stete Veränderung des noch immer mythosbeladenen Amerikanischen Westens von einer Natur- zu einer Kulturlandschaft. MEHR


AUSSTELLUNG

Lee Friedlander

16.11.05 – 12.02.06

Lee Friedlander gilt als einer der stilbildenden Fotografen des 20. Jahrhunderts und als Erfinder eines neuen Sehens in der Fotografie. Seine umfangreichen Bildserien der 1960er-Jahre setzen sich mit der "social landscape" Amerikas auseinander. MEHR


AUSSTELLUNG

Click Doubleclick

08.02 – 23.04.06

Die Ausstellung stellt aktuelle Werke von Künstlerinnen und Künstlern vor, bei denen es sich weniger um direkte Darstellungen der Wirklichkeit handelt, als vielmehr um eine künstlerisch begründete, subjektive Vorstellung von Welt. MEHR


AUSSTELLUNG

Umbo

24.05 – 28.07.96

Otto Umbehr, genannt Umbo, gilt neben Laszlo Moholy-Nagy als einer der großen Fotografen des Weimarer Bauhauses. MEHR


AUSSTELLUNG

Richard Prince

15.11.96 – 06.01.97

Richard Prince erzielte erste Erfolge mit "refotografierten" Bildern aus den Medien, die, wie etwa die "Cowboys", Motive der Konsumwelt aufgreifen und zu Mythen stilisieren. MEHR