Marguerite Duras: Agatha ou Les lectures illimitées

Filmscreening 12.06.13

Inspiriert von Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" schreibt Marguerite Duras einen Dialog zwischen einem Bruder und einer Schwester, die sich endgültig trennen werden. Die inzestuöse Liebe ist für Duras das Wesentliche: eine Liebe, die nie enden, aber auch nicht ausgelebt werden kann. Sie ist verdammt und erhält sich in der Geborgenheit dieser Verdammung. Duras analogisiert die inzestuöse Liebe mit dem Akt des Lesens, der Auflösung der Grenzen zwischen Autor und Leser, einer ekstatischen Verschmelzung ihrer Körper mit dem Text. Dennoch, so Duras: "Wenn er vom Körper seiner Schwester spricht, spricht er vom Unberührbaren." Die Kamera fährt immer wieder über die gedruckten Seiten des "Agatha"-Buchs. "Ein Mann und eine Frau. Sie schweigen. Möglicherweise haben sie viel miteinander gesprochen, bevor wir sie sehen. Sie sind dreißig Jahre alt. Es heißt, dass sie sich ähnlich sehen."
Frankreich 1981
Buch und Regie: Marguerite Duras
Kamera: Dominique Lerigoleur, Jean-Pierre Meurisse
Darsteller: Bulle Ogier, Yann Andréa
90 min, Original mit englischen Untertiteln

Filmreihe zur Installation von Haegue Yang im Rahmen der Serie "Der Öffentlichkeit"
In Kooperation mit dem Filmmuseum München 
Mit freundlicher Unterstützung des Institut français

Marguerite Duras, Foto © Jacques Haillot/Sygma/Corbis

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