Marguerite Duras: India Song / Son nom de Venise dans Calcutta désert [Ihr Name aus Venedig im verlassenen Kalkutta]

Filmscreening 02.05.13

 Einführung: Burcu Dogramaci, Professorin für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Indien, 1930er-Jahre: Anne-Marie Stretter ist die Frau des französischen Botschafters. Von kolonialer Langeweile ergriffen, hat sie unzählige Affären. Auch der Vize-Konsul begehrt sie – aber sie weist ihn zurück; sein Aufheulen ist von draußen zu hören. Die emotionale Agonie im luxuriösen Palais wird von den körperlosen Stimmen und Geräuschen, von den Abwesenheiten und der Erinnerung an Orte und Namen zu einer musikalisch-abgründigen Evokation von Exil und "Displacement". Duras schildert die koloniale Verstrickung der segregierten Gesellschaft in elegischer Abgründigkeit. "Die Stimmen richten sich nicht an den Zuschauer oder an den Leser. Sie sind von vollkommener Eigenständigkeit. Sie sprechen untereinander. Sie wissen nicht, dass man ihnen zuhört." (Marguerite Duras)
Frankreich 1975
Buch und Regie: Marguerite Duras
Kamera: Bruno Nuytten
Musik: Carlos d'Alessio
Darsteller: Delphine Seyrig, Michael Lonsdale, Mathieu Carrière, Claude Mann, Vernon Dobtcheff 
120 min, Original mit englischen Untertiteln

Ein zweites Mal nach "India Song" drehen Duras und ihr Kameramann Nuytten im "Palais Rothschild" und experimentieren mit der Beleuchtung: Der Film ist eine ständige Suche nach Gegenlicht. "Sie wollte wirklich die Grabstätte von Anne-Marie Stretter betreten, und ich hatte körperlich das Gefühl, als wollten wir tatsächlich ein Grab öffnen. Sie hatte große Angst. Sie führte mich mit dem Lichtstrahl ihrer Taschenlampe, beschrieb mir die Ruinen von "India Song" und die Asche von Anne-Marie Stretter." (Bruno Nuytten) 
Frankreich 1976
Buch und Regie: Marguerite Duras
Kamera: Bruno Nuytten
Musik: Carlos d'Alessio
120 min, Original mit englischen Untertiteln

Filmreihe zur Installation von Haegue Yang im Rahmen der Serie "Der Öffentlichkeit"
In Kooperation mit dem Filmmuseum München 
Mit freundlicher Unterstützung des Institut français

Marguerite Duras, Foto © Jacques Haillot/Sygma/Corbis

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