Die Kunsthalle zum Tanzen bringen: Zeitlichkeiten, Geografien und Semantiken

Vortrag 29.09.16, 19 Uhr

Vortrag von Damian Lentini, Postdoc-Stipendiat des Goethe-Instituts (Melbourne/München)

"Kunsthalle" ist vielleicht der am meisten gebrauchte und am wenigsten verstandene Begriff innerhalb des Diskurses um Institutionen für zeitgenössische Kunst. Heute bezeichnet man als "Kunsthalle" allgemein eine Institution, die darauf verzichtet, eigene Sammlungen anzulegen, und stattdessen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst veranstaltet. Dabei stellt die Kunsthalle ein sich ständig veränderndes institutionelles Paradigma dar, das eine Analogie zur Geschichte der modernen/zeitgenössischen Kunst bildet. Die Form dieses Paradigmas hängt ebenso von den Besonderheiten des jeweiligen Ortes ab wie von universellen Ideen, wie Avantgarde-Kunst auszustellen ist.

Statt eine monolithische institutionelle Form zu beschreiben, wird der Vortrag eine Reihe einander überlagernder Tendenzen in Funktion und Gestaltung vorstellen, die in den zwei Jahrhunderten seit ihrer Entstehung im deutschsprachigen Raum die sogenannten Kunsthallen in Mitteleuropa geprägt haben. Der Vortrag beschreibt keine in Stein gemeißelten Dekrete, sondern eher eine Reihe von "Sensibilitäten". Damian Lentini argumentiert, dass die Kunsthalle im Laufe ihrer Geschichte eine Reihe von performativen und Ausstellungs-"Komplexen" durchlaufen hat, die wiederum dazu geführt haben, dass die Bezeichnung "Kunsthalle" heute zum Sammelbegriff für Institutionen wurde, die die Bedingungen einer andauernden zeitgenössischen Moderne untersuchen.

Ermöglicht durch
Goethe-Institut und Kulturstiftung des Bundes

In englischer Sprache

Tickets
5 €

Ticket kaufen

Die Kunsthalle zum Tanzen bringen: Zeitlichkeiten, Geografien und Semantiken

29.09.16, 19 Uhr

Cai Guo-Quiang
Cai Guo-Quiang "I'm the Y2K Bug", Dragon Sight Sees Vienna – Projekt am Maria Theresien Platz, 2000, Foto Fritz Simak
12 Environments, Kunsthalle Bern, 1968 © Kunsthalle Bern, Foto A. Winkler
12 Environments, Kunsthalle Bern, 1968 © Kunsthalle Bern, Foto A. Winkler

Stretch your view


Stretch your view