Thomas Ruff: Edition "ma.r.s.15", 2011/12

Edition 2012

Die Retrospektive zum Werk Thomas Ruffs, die von 17.02.12 bis 20.05.12 im Haus der Kunst zu sehen war, vollzog in chronologischer Reihenfolge seine künstlerische Entwicklung nach. Sie begann mit Werkgruppen, die Ruff in den 1980er-Jahren international bekannt machten — seine Serie von Interieurs etwa oder die Porträts, deren Bildauffassung der traditionellen Konvention widersprach. In den letzten 30 Jahren hat Thomas Ruff (geb. 1958) immer wieder formale und technische Aspekte der analogen und digitalen Fotografie abgehandelt und sich für verschiedene Serien auch fremdes Material angeeignet, das er durch seine Bearbeitung in die bildende Kunst überführte.
Bei der jüngsten, seit 2010 entstehenden Werkgruppe "ma.r.s." handelt es sich um Fiktion auf der Basis astronomischer Fakten. Ruff nutzt dazu das öffentlich zugängliche Material der NASA-Website: dokumentarische, topografische Sichten auf den Mars, die seit 2005 von der Raumsonde "Mars Renaissance Orbiter" gesendet werden. Seine rötliche Färbung des Planeten ist auf Eisenoxidstaub zurückzuführen, und wie die Erde hat er polare Eiskappen und wechselnde Jahreszeiten; seine Oberfläche zeigt Eindrücke früherer Flussbette und Krater. Diese Oberflächenstruktur geben die hochauflösenden, schwarzweißen Digitalbilder, die die Raumsonde zur Erde überträgt, präzise wieder. 
Ruff bearbeitet das Ausgangsmaterial, staucht es, sodass sich die runden Krater zu Ovalen dehnen. In Verbindung mit der Kolorierung führt dies zu einer wahrnehmungspsychologischen Veränderung der Betrachtung: Aus einer Aufsicht wird eine Ansicht, die den Anflug des Planeten aus der Perspektive eines Astronauten in weiter Zukunft simuliert. Die Werke haben also in mehrfacher Hinsicht den Effekt einer Zeitmaschine: Zum einen zeigen sie in dunklen Schlieren Sandstürme, die vor langer Zeit auf dem Planeten stattfanden, zum anderen nehmen sie eine Perspektive vorweg, die zukünftige Marsbesucher haben werden. Auch die Edition "ma.r.s.15" zeigt eine Oberfläche des Mars, die Ruff der Website der NASA entnommen und in Bilder von fragiler Schönheit übersetzt hat.

Thomas Ruff
"ma.r.s.15", 2011/12
Chromogener Abzug
88,2 x 67,5 cm
Auflage: 40 (+ 10 A.P.)
Rückseitig signiert und nummeriert, gerahmt
2.800 € (inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten)

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Okwui Enwezor, Eröffnung der Ausstellung; Thomas Ruff: Edition "ma.r.s.15", 2011/12

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Made in Munich. Editionen von 1968 bis 2008

Mit einem Essay von Julienne Lorz und einem Interview von Chris Dercon mit Laszlo Glozer; Werkliste und Kurzbiografien aller Editoren; Installationsaufnahmen von Wilfried Petzi und Objekt-Fotografien von Jann Averwerser. MEHR