Mattis-Teutsch und Der Blaue Reiter

AUSSTELLUNG 06.07 – 07.10.01

Die Ausstellung "Mattis-Teutsch und Der Blaue Reiter" ist die erste Retrospektive des siebenbürgischen Künstlers Hans Mattis-Teutsch (1884-1960). Die Ungarische Nationalgalerie und die Mission Art Galerie in Budapest sowie das Haus der Kunst München haben über 150 Gemälde, 40 Skulpturen, 30 Grafiken, 70 Linol- und Holzschnitte und zahlreiche Dokumente aus internationalen öffentlichen wie privaten Sammlungen ausgesucht, um erstmals einen repräsentativen Überblick über das Lebenswerk dieses vielseitigen Künstlers zu ermöglichen. 
Hans Mattis-Teutsch war Maler, Grafiker und Bildhauer, aber auch Kunsterzieher, Theoretiker und Literat. Heute fast völlig vergessen, gibt er sich im Rückblick als bedeutender Mitstreiter der europäischen Avantgarde zu erkennen. Doch bei aller Zeitgenossenschaft und Internationalität blieb er als Künstler stets ein Individualist.
1884 im siebenbürgischen Kronstadt/Brassó geboren, studierte Mattis-Teutsch nach einer Holzbildhauerlehre von 1901 bis 1903 Bildhauerei an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Budapest und setzte seine Studien von 1903 bis 1905 an der Akademie der Bildenden Künste in München fort. Von 1905 bis 1907 in Paris ansässig, kam er in Kontakt mit den neuen künstlerischen Tendenzen: Gauguin und Van Gogh, die symbolistischen Nabis wie auch die Farbwelt der Fauves hinterließen bleibenden Eindruck. Nach einem Aufenthalt in Berlin kehrte er schließlich 1908 in seine Heimatstadt zurück, um sich dort dauerhaft niederzulassen. Seine geografische Zurückgezogenheit mag der Grund dafür sein, dass Mattis-Teutsch in der Rezeption der europäischen Avantgarde bislang so wenig Beachtung gefunden hat. 
Die Rückkehr nach Siebenbürgen setzte ein eigenständiges künstlerisches Schaffen in Gang, dessen zentrales Motiv die Natur war, der er in farbkräftigen, rhythmisch-expressiven Bildern Gestalt gab. Seine Suche nach dem äußeren Ausdruck einer Welt, die von inneren Kräften zusammengehalten wird, wie auch sein Wunsch, die Natur in Übereinstimmung mit inneren Seelenzuständen zu zeigen, führten Mattis-Teutsch zunehmend zur Abstraktion. In dieser spirituellen Auffassung der Farbe und der symbolischen Formen, getragen vom Vertrauen auf ihre allgemein verständliche Ausdruckskraft, lag die zentrale Übereinstimmung zwischen Mattis-Teutsch und den Malern des Blauen Reiters. Die in der Ausstellung vollzogene Gegenüberstellung der Werke von Hans Mattis-Teutsch mit jenen von Kandinsky, Münter und Jawlensky lässt diese Verbindung deutlich sichtbar werden, obgleich sie bis heute nicht dokumentarisch belegt ist.
Nachweisbar hingegen ist die enge Zusammenarbeit, die sich zwischen Mattis-Teutsch und der in Budapest erscheinenden, expressionistischen Künstlerzeitschrift MA (Heute) entwickelte. Ihr Verleger Lajos Kassák zeigte 1917 nicht nur die erste Einzelausstellung des Künstlers, sondern ermöglichte ihm auch den Kontakt zu Herwarth Walden – Herausgeber der geistesverwandten Berliner Zeitschrift "Der Sturm" und Betreiber der gleichnamigen Galerie – jener Persönlichkeit also, die wesentlich zur Bekanntmachung des Blauen Reiters beigetragen hat. Im Jahr 1921 nahm Mattis-Teutsch gemeinsam mit Paul Klee an einer Sturm-Ausstellung teil. 
Die 1920er-Jahre zeugen mit farblich zurückhaltenden, flächigen Kompositionen von Mattis-Teutschs Hinwendung zu Konstruktivismus und Sachlichkeit. Bildhauerische Arbeiten – aus Holz, Terrakotta und erstmals auch aus Aluminium – gewannen wieder an Bedeutung. Die formale wie farbliche Eleganz rücken die Werke dieser Schaffensperiode in die Nähe des Design und wirken wie ein Brückenschlag zu seinem künstlerischen Ursprung in der angewandten Kunst des Jugendstils.

Hans Mattis-Teutsch, Komposition, 1919, Privatsammlung M. Szarvasy, New York
Hans Mattis-Teutsch, Komposition, 1919, Privatsammlung M. Szarvasy, New York
Hans Mattis-Teutsch, Komposition, 1919, Privatsammlung Helmut Turck, Tutzing
Hans Mattis-Teutsch, Komposition, 1919, Privatsammlung Helmut Turck, Tutzing

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AUSSTELLUNG

Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


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Eine Reise ins Ungewisse

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Richard Lindner

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Michail Wrubel

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Beauty now

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Bekannt als Gefährtin, Modell und Muse Pablo Picassos und als solche Motiv vieler seiner berühmtesten Bilder, wird allzu oft außer Acht gelassen, dass Dora Maar selbst eine herausragende Künstlerin war. MEHR


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Kurt Schwitters

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Wassily Kandinsky 1866–1944

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1977 ehrte das Haus der Kunst den Gründer des "Blauen Reiter" und Wegbereiter der Abstraktion als einen "prophetischen" Künstler, dessen "Bedeutung als Maler und Denker bis heute noch nicht gebührend gewürdigt worden ist". MEHR


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Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

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Amerikanische Malerei 1930-1980

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Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR


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Picasso 1900–1955

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Edvard Munch

Mit einer umfangreichen Retrospektive ehrten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Oslo den großen norwegischen Maler Edvard Munch (1863–1944). MEHR


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Internationale Plakate 1871–1971

09.10.71 – 02.01.72

Hundert Jahre nach dem Plakat Fred Walkers "Woman in White" (1871) und in einer Zeit, in der sich Andy Warhol im Rahmen der Pop Art die Darstellung von Konsumprodukten zu eigen machte, machte sich die Ausstellung daran, die Kunstgeschichte des Plakats nachzuzeichnen. MEHR


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Der Surrealismus 1922–1942

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Rund 50 Jahre nach der Entstehung des Surrealismus in Paris rückte die Ausstellung jene Künstler in den Mittelpunkt der Betrachtung, die für diese Zeit prägend gewesen waren. MEHR


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Die Kunst der Naiven. Themen und Beziehungen

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Zu Beginn der 1970er-Jahre ging eine Welle der Begeisterung für "Die Kunst der Naiven" durchs Land – figurativ-bunte Bilder in stark vereinfachter Darstellung aus der Hand von Laien. MEHR


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Hundertwasser – Friedensreich – Regentag

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Mit der Ausstellung des Werks von Friedensreich Hundertwasser widmete sich das Haus der Kunst dem vielfältigen künstlerischen Schaffen eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers. MEHR


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Die dreißiger Jahre. Schauplatz Deutschland

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Golo Mann würdigte die Ausstellung zur deutschen Malerei, Skulptur und angewandten Kunst in den "Dreißiger Jahren" als ein kühnes Unterfangen – war doch die Epoche bis dahin mit einem Tabu belegt gewesen. MEHR