Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

AUSSTELLUNG 26.07 – 21.09.80

Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) gilt wegen der abstrakten Bildsprache und der Auffassung vom "Gestaltwert der Farbe" als führender Vertreter der Nachkriegsmoderne. Sein Leben und Werk standen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die vom Archiv für Bildende Kunst am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg veranstaltet und im Anschluss im Haus der Kunst München sowie in Leverkusen, Ludwigshafen und Kassel gezeigt wurde. Ein neuer Ausstellungstypus kombinierte die 62 Ölbilder Nays mit einer Fülle von Fotos, Briefen und Dokumenten aus seinem Nachlass, um es dem Betrachter zu ermöglichen, sich "unmittelbar mit den Vorstellungen und Gedanken des Künstlers auseinanderzusetzen".
Ausstellung und Katalog vollziehen die künstlerische Entwicklung Ernst Wilhelm Nays als jene "ständige Wandlung" nach, die Peter-Klaus Schuster in seinem einleitenden Aufsatz skizziert. Nach dem Kunststudium in Berlin nimmt Nays Werdegang in Rom mit den surreal-abstrakten "Frühen und Fischer-Bildern" sowie mythisch-ornamentalen Tierbildern seinen Anfang ("Der Reiter", 1935). Als "entartete Kunst" fallen sie umgehend dem nationalistischen Verdikt zum Opfer. Ein Aufenthalt auf den "Lofoten" inspiriert den Maler zu einer Verbindung aus Urformen, Rhythmus und Dynamik, die er als das "eigentliche formale Thema meiner Kunst" bezeichnet und nun bereits der Farbe unterordnet ("Lofotenlandschaft mit Wolke", 1938). Die während des Kriegs entstehenden "Frankreichbilder" zeugen mit ihrer arkadischen Welt voller nackter Liebespaare und weiblicher Akte in mediterraner Farbigkeit von "glückhaften Malereien" jenseits der äußeren Bedrückung ("Liegende", 1943).
Nach dem Krieg setzt Ernst Wilhelm Nay seinen von Abstraktion und kubistischer Zersplitterung geprägten expressiven Figurenstil in Hofheim bei Frankfurt fort. Die "Hekate-Bilder" ergänzen den Wohlklang durch eine bewusste Rohheit des Farbauftrages und eine gesteigerte Farbvibration ("Tochter der Hekate", 1945). Als Ausdruck einer neuen vitalen Lebensfreude finden sie beim Publikum im Nachkriegsdeutschland großen Anklang und begründen Nays künstlerischen Erfolg. Von einem Umbruch zu Beginn der 1950er-Jahre zeugen die "Fugalen und Rhythmischen Bilder", die der Welt des Musikalischen entlehnt sind. In ihrer abstrakten Figuration schwingt etwas Heiteres und Spielerisches mit, das als optimistisches Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs gedeutet wurde ("Verwandlung", 1950). Seit etwa 1955 steuert Nays Karriere mit den subtilen Farb- und Raummodulationen seiner "Scheibenbilder", Kompositionen aus runden Farbflächen, auf ihren Höhepunkt zu ("Lob des Grün", 1961).
Anlässlich der Documenta III von 1964 erzielt Ernst Wilhelm Nay mit den figurativen "Augenbildern" eine viel beachtete und umstrittene Raumwirkung dadurch, dass er drei großformatige Bilder schräg unter die Decke hängte. Die Jahre vor dem Tod des Malers 1968 stehen mit den "Späten Bildern" im Zeichen von ornamental-flächigen Kompositionen aus Spindelformen, die in ihrer kühl-grellen Farbigkeit auf weißem Grund an Matisse erinnern. 

In Zusammenarbeit mit dem Archiv für Bildende Kunst am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

Der Hardcover-Katalog umfasst 370 Seiten. Auf der Vorderseite zeigt er ein Foto von Stefan Moses, das E. W. Nay vor dem Documenta-Bild (1964) sitzend zeigt und auf der Rückseite eine Filzstiftzeichnung (1967). Der Textteil enthält einen Aufsatz von Peter-Klaus Schuster über "Kunst im Kontext: E. W. Nays ständige Wandlung" sowie "Rückblicke auf Nay" von Freunden und Bekannten. Die Dokumentation zu Leben und Werk stellt in chronologischer Abfolge alle Werkphasen mit umfangreichen Zitaten etc. vor. Ein ausführlicher Anhang enthält u. a. Informationen zum "Hamburger Lehrkurs", zum "Documenta-Streit", die Chronik sowie das Verzeichnis der ausgestellten Werke, insgesamt 62 Ölbilder. Der Katalog ist mit 16 Farb- und zahlreichen s/w-Fotos bebildert.

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AUSSTELLUNG

Amerikanische Malerei 1930-1980

14.11.81 – 31.01.82

Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR


AUSSTELLUNG

Picasso 1900–1955

Die Ausstellung vollzog die künstlerische Entwicklung Pablo Picassos anhand von insgesamt 256 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Keramiken nach. MEHR


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Edvard Munch

Mit einer umfangreichen Retrospektive ehrten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Oslo den großen norwegischen Maler Edvard Munch (1863–1944). MEHR


AUSSTELLUNG

Internationale Plakate 1871–1971

09.10.71 – 02.01.72

Hundert Jahre nach dem Plakat Fred Walkers "Woman in White" (1871) und in einer Zeit, in der sich Andy Warhol im Rahmen der Pop Art die Darstellung von Konsumprodukten zu eigen machte, machte sich die Ausstellung daran, die Kunstgeschichte des Plakats nachzuzeichnen. MEHR


AUSSTELLUNG

Der Surrealismus 1922–1942

11.03 – 07.05.72

Rund 50 Jahre nach der Entstehung des Surrealismus in Paris rückte die Ausstellung jene Künstler in den Mittelpunkt der Betrachtung, die für diese Zeit prägend gewesen waren. MEHR


AUSSTELLUNG

Die Kunst der Naiven. Themen und Beziehungen

01.11.74 – 12.01.75

Zu Beginn der 1970er-Jahre ging eine Welle der Begeisterung für "Die Kunst der Naiven" durchs Land – figurativ-bunte Bilder in stark vereinfachter Darstellung aus der Hand von Laien. MEHR


AUSSTELLUNG

Hundertwasser – Friedensreich – Regentag

22.02 – 11.05.75

Mit der Ausstellung des Werks von Friedensreich Hundertwasser widmete sich das Haus der Kunst dem vielfältigen künstlerischen Schaffen eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers. MEHR


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Die dreißiger Jahre. Schauplatz Deutschland

11.02 – 17.04.77

Golo Mann würdigte die Ausstellung zur deutschen Malerei, Skulptur und angewandten Kunst in den "Dreißiger Jahren" als ein kühnes Unterfangen – war doch die Epoche bis dahin mit einem Tabu belegt gewesen. MEHR


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Wege zur Abstraktion

12.08 – 09.10.88

Anstelle der wiederholten Präsentation berühmter Werke der Alten Kunst konzentrierte man sich in der Ausstellung auf "80 Meisterwerke" der Klassischen Moderne aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, um an ihnen die "Wege zur Abstraktion" exemplarisch nachzuvollziehen. MEHR


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Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


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Roy Lichtenstein — Die Retrospektive.

14.10.94 – 08.01.95

Roy Lichtenstein gilt neben Andy Warhol als Begründer der Pop Art, die von Robert Rauschenberg und Jasper Johns vorbereitet worden war. MEHR


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Brassai — Vom Surrealismus zum Informel.

21.01 – 26.03.95

Die Fotografien von Gyula Halász, der sich Brassai nannte, führen ins Paris der 1930er-Jahre, wo er zunächst als Journalist arbeitete und dann autodidaktisch zur künstlerischen Fotografie fand. MEHR


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Barnes Collection

23.06 – 22.10.95

Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


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Pierrot — Melancholie und Maske.

15.09 – 03.12.95

Die melancholische Komödiantenfigur des Pierrot fasziniert seit rund 400 Jahren die Künstler. Als facettenreiche Figur steht sie im Mittelpunkt dieser Ausstellung und belegt ihre bis heute anhaltende Aktualität. MEHR


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Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

15.05 – 20.07.97

Die Ausstellung präsentiert über 200 Arbeiten František Kupkas aus sämtlichen Werkphasen. Seinen Werken sind 18 Bronzeskulpturen Otto Gutfreunds gegenübergestellt. MEHR


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Ellsworth Kelly. Retrospektive.

17.10.97 – 20.01.98

Ellsworth Kelly gehört zur Generation derer, die in den 1950er-Jahren den Abstrakten Expressionismus überwanden und eine neuartige Bildsprache entwickelten. MEHR


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Joel Shapiro

24.10.97 – 18.01.98

Joel Shapiro zählt zu den wichtigsten amerikanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Ausstellung zeigt elf Werke, die seine künstlerische Entwicklung der Jahre 1993-1997 erkennen lassen. MEHR


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Christian Boltanski — Verloren in München.

14.11.97 – 11.01.98

Die im Zusammenhang mit der "Edition No. 46" des SZ-Magazins für das Haus der Kunst entstandene Installation führt die Ausstellungsbesucher in eine temporäre Filiale des Münchner Fundbüros. MEHR


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Albert Renger-Patzsch — Retrospektive

01.02 – 13.04.98

Neben August Sander und Karl Blossfeld zählt Albert Renger-Patzsch (1897-1966) zu den bedeutendsten Vertretern der Fotografie in Deutschland. MEHR


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Eine Reise ins Ungewisse

06.02 – 03.05.98

München ist der Ort, an dem die Fäden der Künstlerbiografien und die Linien der Werkentwicklung von Arnold Böcklin, Giorgio de Chirico und Max Ernst zusammenlaufen. MEHR