Die Münchner Schule 1850–1914

AUSSTELLUNG 28.07 – 07.10.79

Die von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen organisierte Ausstellung widmete sich einer umfassenden Darstellung der Münchner Malerei zwischen 1850 und 1914. Als die besonderen Leistungen der "wichtigsten deutschen Malerschule" rühmte Erich Steingräber neben der Dominanz des "Malerischen" ihre motivische Vielfalt zwischen Landschaft, Genre, Tierstück, Stillleben, Historienmalerei und Porträt. Demzufolge verdankte die Münchner Akademie ihre Führungsrolle in Deutschland der Förderung durch das bayerische Herrscherhaus und der fruchtbaren Zusammenarbeit mit talentierten Künstlern. Ihnen bot sich neben einer glänzenden Auftragslage auch Gelegenheit zu regelmäßigen Ausstellungen im Glaspalast. Der Ruf Münchens als Kunststadt internationalen Ranges ist somit eng verbunden mit der Blüte der Münchner Schule.
Der Katalog zur Ausstellung sucht mit Aufsätzen verschiedener Autoren den unterschiedlichen Aspekten der Münchner Schule Rechnung zu tragen. Michael Schattenhofer schildert, wie sich "München unter den Königen Max II. und Ludwig II. (1864–1886)" in baulicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht entwickelte und ein Klima geschaffen wurde, das die Stadt zum "Mekka der Künstler" machte. Eberhard Ruhmers Beitrag "München um 1875: Schnittpunkt internationaler Kunstbeziehungen" begründet ebenso wie der von Horst Ludwig über "Piloty, Diez und Lindenschmit – Münchner Akademielehrer der Gründerzeit" den Anschluss an die internationale Moderne durch prägende Künstlerpersönlichkeiten, zu denen auch Wilhelm Leibl gehörte ("Drei Frauen in der Kirche", 1878–82). Als Kurator der Ausstellung zeichnet Ruhmer unter dem Titel "Kunst im Zeichen der Secession" den Fortgang der Kunst an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert nach. Er war getragen von jenen Künstlern, die wie Lovis Corinth ("Am Frühstückstisch", 1892) und Max Liebermann ihre moderne Auffassung gegen die Verfechter des Historismus wie Franz von Lenbach und Franz von Stuck ("Die Sünde", 1893) verteidigten. Die erste Abspaltung im Jahr 1892 hatte die Gründung zahlreicher weiterer Künstlergruppen zur Folge, welche Jugendstil und Neoimpressionismus propagierten (Leo Putz, "Das Picknick", 1904).
Während Siegfried Wichmann mit der Untersuchung über "Das extreme Rechteck als Bildformat in der Münchner Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts" einen Teilaspekt der Kunst jener Zeit beleuchtet und Christoph Heilmann sich mit der "französisch-belgischen Historienmalerei und ihrer Abgrenzung zur Münchner Schule" befasst, widmet sich wiederum Eberhard Ruhmer der Darstellung der "Intimen Landschaft". Demnach entwickelt sich nun ein vertrautes Verhältnis des Menschen zur Natur und deren stimmungsvolles Erlebnis wird zum Hauptmotiv. Nach dem Vorbild von John Constable, Camille Corot und Gustave Courbet schaffen Maler wie Carl Blechen, Eduard Schleich und Carl Spitzweg ("Irrlichter", um 1865) idyllische Landschaften mit Staffage im wechselnden Licht. Der Weg führt dann über Adolf Lier, Joseph Wenglein ("Voralpenlandschaft", 1901) und Josef Willroider zum Leibl-Kreis mit Wilhelm Trübner und Josef Sperl, die zu ganz neuer Unmittelbarkeit finden. Als "letzter Großmeister der intimen Landschaft" schließlich wird Max Slevogt gewürdigt wegen seiner Fähigkeit, in den landschaftlichen Impressionen subtile atmosphärische Veränderungen nach Art der "Insichbeschlossenheit des Interieurs" ("Stillleben mit Orangen", um 1920) wiederzugeben.

In Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München.

Der Hardcover-Katalog umfasst 450 Seiten. Die Vorderseite zeigt Wilhelm Leibls Gemälde "Drei Frauen in der Kirche" (um 1880). Das Vorwort verfasste Erich Steingräber, die Aufsätze stammen von den Autoren Michael Schattenhofer, Eberhard Ruhmer, Christoph Heilmann und Horst Ludwig. Das alphabetisch geordnete Verzeichnis der ausgestellten Werke umfasst 382 Nummern, zum Teil mit Werkbeschreibungen, und ist mit 32 Farb- und zahlreichen s/w-Fotos bebildert.

Arnold Böcklin, Triton und Nereide, 1874, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © bpk Bildagentur
Arnold Böcklin, Triton und Nereide, 1874, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © bpk Bildagentur
Max Slevogt, Feierstunde, um 1900/01, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © bpk Bildagentur
Max Slevogt, Feierstunde, um 1900/01, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © bpk Bildagentur
Carl Spitzweg, Pastorale (
Carl Spitzweg, Pastorale ("Des Sängers Lohn"), um 1880, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © bpk Bildagentur

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Der Blaue Reiter München und die Kunst des 20. Jahrhunderts

Wenige Jahre nach Kriegsende rückte das Haus der Kunst mit der Ausstellung "Der Blaue Reiter" jene Kunst in den Mittelpunkt, die einst einen wesentlichen Anteil an der europäischen Avantgarde hatte und später als "entartet" diffamiert wurde. MEHR


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04.02 – 21.04.96

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Frantisek Kupka und Otto Gutfreund

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Es muss nicht immer Rembrandt sein...

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