Georges Braque

AUSSTELLUNG 18.10.1963 – 15.12.1963

Die Retrospektive zum Werk von Georges Braque (1881–1963) erhielt durch den Tod des Künstlers wenige Monate vor der Eröffnung besondere Aktualität und wurde vom International Council of Museums ICOM mit dem Prädikat "Agréée" ausgezeichnet. Der englische Kunsthistoriker Douglas Cooper als Kurator bezeichnete es im Vorwort zum Katalog als einmaliges Privileg für München, dem großen französischen Maler und Grafiker die erste Gedächtnis-Ausstellung widmen zu können, deren Ziel es sei, Braques Lebenswerk "als Ganzes zu sehen und aus historischer Perspektive zu betrachten.
"Die Würdigung von Braques künstlerischer Leistung beginnt mit einem Konvolut von Bildern, in denen sich die anfängliche Orientierung am Vorbild der Fauves und Paul Cézannes erkennen lässt. Nachdem sich der gelernte Dekorationsmaler aus Le Havre im Jahr 1900 in Paris niedergelassen und zeitweise an der Akademie fortgebildet hatte, schloss er sich den fauvistischen Malern Raoul Dufy und Othon Friesz an. Erste Ausstellungen seiner vom Impressionismus geprägten, lichthaltigen Landschaften ("Der Hafen von L'Estaque", 1906/07) im "Salon des Indépendants" machten den Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler auf ihn aufmerksam, der ihn 1907 unter Vertrag nahm. Im selben Jahr kam es zur Begegnung Braques mit Pablo Picasso, in dessen Atelier er das Bild "Les Demoiselles d'Avignon" sah. Die enge Zusammenarbeit der beiden Maler führte in den Jahren bis 1914 zur Entwicklung des Kubismus, als dessen Schöpfer heute, wie Cooper betont, Picasso und Braque gleichermaßen gelten.
Braques kubistische Periode setzt mit dem "Stehenden Akt" (1907/08) in scharfkantigen Formen und gedämpften Farben ein. In der Phase des "analytischen Kubismus" wird der Gegenstand in Formfacetten zerlegt und vielansichtig wiedergegeben. Ziel ist es, "Raum und Volumen darzustellen sowie die ganze Realität der Dinge auszudrücken." In zahlreichen Stillleben als seinem Lieblingssujet kombiniert der Maler einfache Gegenstände des täglichen Lebens wie Gläser, Schalen, Pfeifen, Zeitungen, Musikinstrumente. Zur Steigerung der optischen Wirkung fügt er ab 1912 Buchstaben, gemalte Etiketten, Zeitungstitel und andere Trompe-l'oeil-Effekte ein und wählt als Bildformat häufig das Oval ("Die Rumflasche", 1912). Mit den Collagen vollzieht sich der Übergang zum "synthetischen Kubismus", der mit einer dinghaften, materiellen Auffassung einhergeht und auf eine autonome Bildwirklichkeit zielt ("Pfeife, Glas und Würfel", 1914).
Die Ausstellung zieht in chronologischer Abfolge die weitere künstlerische Entwicklung Georges Braques in Perioden nach. Demnach entwickelt er zwischen 1920 und 1928 einen neuen malerisch-lockeren Stil, der sich in den Serien der "Guéridons" und "Cheminées" zeigt – Interieurs mit rundem Tisch oder Kamin ("Der Kamin", 1923). Nun steht die Suche nach einer Verbindung von Volumen und Farbe im Vordergrund; die Verzahnung der Flächen wird weniger systematisch, die Farbigkeit in eine erdige Palette überführt. Die zwischen 1928 und 1938 entstandenen Bilder im Stil eines gemäßigten Kubismus lassen bei trockenem Farbauftrag ein verstärktes Interesse an Linie und dekorativer Ornamentik erkennen. Das Ende der 1930er-Jahre bildet den Ausgangspunkt für eine neue Stilrichtung, die ihren Höhepunkt zwischen 1949 und 1956 in den verdichteten Atelier-Bildern findet ("Atelier IX", 1952/56). 

Der broschierte Katalog umfasst rund 160 Seiten, der Titel zeigt ein farbiges Stillleben und die Signatur des Künstlers. Der Textteil enthält das Vorwort von Douglas Cooper sowie eine Biografie und eine kurze Bibliografie. Das Ausstellungsverzeichnis weist insgesamt 283 Nummern auf und ist unterteilt in Gemälde (147), grafische Arbeiten sowie "Plastiken und Dekorative Kunst" (sämtlich aus der Sammlung der Galerie Aimé Maeght, Paris). Von den rund 153 Abbildungen sind 6 in Farbe.

Georges Braque, L'Estaque, 1906/07, Musee National d'Art Moderne, Centre Pompidou, Paris © bpk Bildagentur, Foto Philippe Migeat
Georges Braque, L'Estaque, 1906/07, Musee National d'Art Moderne, Centre Pompidou, Paris © bpk Bildagentur, Foto Philippe Migeat
Georges Braque, Stillleben mit Pfeife, 1932, Kunstmuseum Basel © bpk Bildagentur
Georges Braque, Stillleben mit Pfeife, 1932, Kunstmuseum Basel © bpk Bildagentur

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