Picasso 1900–1955

AUSSTELLUNG 25.10.1955 – 18.12.1955

1955 widmete das Pariser "Musée des Arts Décoratifs" erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg dem als herausragende Künstlerpersönlichkeit gefeierten Spanier eine Retrospektive. Die Ausstellung mit dem Titel "Picasso 1900–1955" wurde von Maurice Jardot kuratiert und war im Anschluss leicht abgewandelt im Haus der Kunst München, im Rheinischen Museum Köln und in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Mit der Teilnahme Picassos an der legendären documenta 1 in Kassel im gleichen Jahr ermöglichte sie dem deutschen Publikum eine Begegnung mit dem von den Nationalsozialisten verfemten Werk des Malers, Bildhauers und Zeichners.
Die Ausstellung vollzieht die künstlerische Entwicklung Pablo Picassos (1881–1973) anhand von insgesamt 256 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Keramiken nach. Die Vielzahl von Werken schlägt den Bogen über Picassos Schaffen von den Anfängen um 1900 in Paris mit den von Toulouse-Lautrec inspirierten Motiven bis zu jener Serie von 14 Variationen über "Die Frauen von Algier" (1955) nach Eugène Delacroix, mit denen Picasso endgültig zum Inbegriff der Moderne wurde. Über die melancholisch-zarten Gestalten aus der Welt der Gaukler, die seine Blaue und Rosa Periode kennzeichnen, verfolgt die Ausstellung den Weg zur Erfindung des Kubismus, mit dem Picasso seit 1907 die Kunst revolutionierte. Zahlreiche Stillleben, Landschaften und Köpfe zeugen von der durch die afrikanische Kunst angeregten Aufsplitterung des Gegenstands und der Ablösung des Illusionismus zugunsten einer simultanen Perspektive. Die sich in den 1920er-Jahren anschließende "klassische" Phase mit ihren monumentalen Frauenfiguren leitet über zu den surrealistischen Arbeiten und macht, etwa am Motiv der "Sitzenden Frau", auch Brüche im Privatleben des Künstlers deutlich. Den Höhepunkt der Ausstellung bilden die Werke aus der Kriegs- und Besatzungszeit der 1930er-Jahre: die "Weinende Frau" (1937) als Inbegriff menschlichen Leids und das für die Weltausstellung geschaffene fast vier mal acht Meter große Gemälde "Guernica" (1937), das die Kriegsgräuel in eine moderne Bildsprache kleidet und die "Stärke der Empfindung mit epischer Wucht" vereint.
Als Ikone des Widerstands gegen den Faschismus zählt "Guernica" zu den berühmtesten Kunstwerken des 20. Jahrhunderts und sorgte 1955 im Rahmen der einzigartigen Präsentation im Haus der Kunst dafür, dass die Ausstellung in der Kunstwelt als großes Ereignis gefeiert wurde und Picassos Werk noch zu seinen Lebzeiten zum Synonym für "Moderne Kunst" schlechthin avancierte.
Der kleinformatige Katalog "Picasso 1900–1955" umfasst 350 Seiten. Alfred Hentzen schrieb das Vorwort, Maurice Jardot eine kunsthistorische Einleitung. Zahlreiche Werke sind mit s/w-Foto abgebildet sowie mit erläuterndem Text versehen. Die Biografie sowie eine durch Fotos und Abbildungen illustrierte Dokumentation runden das "Handbuch für die Kunst Picassos" ab.

Pablo Picasso, Die Frauen von Algier, 1955, New York, Sammlung Victor und Sally Ganz © VG Bild-Kunst, Bonn, 1955 / bpk Bildagentur / Scala
Pablo Picasso, Die Frauen von Algier, 1955, New York, Sammlung Victor und Sally Ganz © VG Bild-Kunst, Bonn, 1955 / bpk Bildagentur / Scala
Pablo Picasso, Massaker in Korea, 1951, Musée Picasso, Paris © VG Bild-Kunst, Bonn, 1955 / bpk Bildagentur, Foto Jean-Gilles Berizzi
Pablo Picasso, Massaker in Korea, 1951, Musée Picasso, Paris © VG Bild-Kunst, Bonn, 1955 / bpk Bildagentur, Foto Jean-Gilles Berizzi
Besucher der Picasso-Ausstellung 1955 vor dem berühmten Gemälde
Besucher der Picasso-Ausstellung 1955 vor dem berühmten Gemälde "Guernica", Foto Stadtarchiv München

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AUSSTELLUNG

Wege zur Abstraktion

12.08 – 09.10.88

Anstelle der wiederholten Präsentation berühmter Werke der Alten Kunst konzentrierte man sich in der Ausstellung auf "80 Meisterwerke" der Klassischen Moderne aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, um an ihnen die "Wege zur Abstraktion" exemplarisch nachzuvollziehen. MEHR


AUSSTELLUNG

Edvard Munch

Mit einer umfangreichen Retrospektive ehrten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie in Oslo den großen norwegischen Maler Edvard Munch (1863–1944). MEHR


AUSSTELLUNG

Paul Klee — In der Maske des Mythos

01.10.99 – 09.01.00

Die Ausstellung präsentiert das Gesamtwerk Paul Klees im Überblick und bietet eine neue Sicht auf Klees Methode, mythologische Wesen darzustellen und sich zugleich selbst dahinter zu verbergen – wie hinter einer Maske. MEHR


AUSSTELLUNG

Dora Maar

13.10.01 – 06.01.02

Bekannt als Gefährtin, Modell und Muse Pablo Picassos und als solche Motiv vieler seiner berühmtesten Bilder, wird allzu oft außer Acht gelassen, dass Dora Maar selbst eine herausragende Künstlerin war. MEHR


AUSSTELLUNG

Max Beckmann

Mit einer Retrospektive ehrte das Haus der Kunst im Jahr 1968 Max Beckmann (1884–1950) als einen der größten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts. MEHR


AUSSTELLUNG

Elan Vital oder Das Auge des Eros.

20.05 – 14.08.94

Entsprechend der Vorstellung vom Leben als einheitlichem, aber verzweigten Strom verfolgt die Ausstellung das Phänomen der organischen Abstraktion bei Kandinsky, Klee, Arp, Miró und Calder zwischen 1920 und 1945. MEHR


AUSSTELLUNG

Tanz in der Moderne — Von Matisse bis Schlemmer

07.02 – 27.04.97

Die Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts waren begeisterte Besucher von Varietés und exotischen Tanzdarbietungen und empfingen aus der Begegnung mit dem Tanz wichtige Impulse. MEHR


AUSSTELLUNG

Kurt Schwitters

09.03 – 27.05.01

Die Ausstellung ist eine umfangreiche Retrospektive des Künstlers und Antikünstlers, des Revolutionärs und Traditionalisten, des Bürgerschrecks und Kleinbürgers Kurt Schwitters. MEHR


AUSSTELLUNG

Barnes Collection

23.06 – 22.10.95

Die Ausstellung zeigt die legendäre Sammlung moderner Kunst, die Alfred C. Barnes zusammengetragen hat. Gezeigt werden berühmte Schlüsselwerke der rund 2000 Werke umfassenden Sammlung. MEHR


AUSSTELLUNG

Kunst über Grenzen

07.03 – 30.05.99

Die Ausstellung charakterisiert die Sammlung des Schweizers Josef Müller, die zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt gehörte. MEHR


AUSSTELLUNG

Blast!

16.11.96 – 26.01.97

1914 bildete sich in England eine Gruppe von Künstlern und Schriftstellern, die mit modernen Thesen gegen das Establishment und die im viktorianischen Geist befangene Kunst aufbegehrten. MEHR


AUSSTELLUNG

Entartete Kunst — Bildersturm vor 25 Jahren

Die Ausstellung erinnerte an die von Adolf Hitler angeordnete Femeausstellung "Entartete Kunst", die 1937 parallel zur pompösen Eröffnung des "Hauses der Deutschen Kunst" stattfand. MEHR


AUSSTELLUNG

Ernst Wilhelm Nay — Bilder und Dokumente

26.07 – 21.09.80

Ernst Wilhelm Nay (1902-1968) gilt wegen der abstrakten Bildsprache und der Auffassung vom "Gestaltwert der Farbe" als führender Vertreter der Nachkriegsmoderne. MEHR


AUSSTELLUNG

Amerikanische Malerei 1930-1980

14.11.81 – 31.01.82

Tom Armstrong bot dem deutschen Publikum einen repräsentativen Überblick über die Entwicklung der "Amerikanischen Malerei 1930-1980" – jene Epoche also, in der erstmals in der Kunstgeschichte die maßgeblichen Impulse nicht von Europa, sondern von Amerika ausgingen. MEHR


AUSSTELLUNG

Moderne Französische Malerei

Zwei Jahre nach dem Krieg bot die vom französischen Kultusministerium zusammengestellte Ausstellung im Haus der Kunst den Deutschen Gelegenheit, ihre von Hitler geschürten Ressentiments gegen den ehemaligen Feind aufzugeben. MEHR


AUSSTELLUNG

Werke Europäischer Plastik

Die Ausstellung rückte nicht nur die Gattung Bildhauerei in den Mittelpunkt, sondern auch deren Interpretation durch Künstler in europäischen Ländern. MEHR


AUSSTELLUNG

Vincent van Gogh 1853–1890

Als einem der populärsten Maler in Deutschland und als Wegbereiter der Moderne widmete das Haus der Kunst Vincent van Gogh 1956 eine Retrospektive mit einer Auswahl von 166 Werken. MEHR


AUSSTELLUNG

Emil Nolde — Gedächtnisausstellung

Mit rund 550 Werken gedachte die Ausstellung des Künstlers Emil Nolde (1867–1956) ein Jahr nach seinem Tod. MEHR


AUSSTELLUNG

Marc Chagall

Mit der Fülle von Leihgaben aus aller Welt wollte man die ganze Breite von Chagalls vielfältigem Oeuvre abdecken und zugleich "die innere Einheit, das in jedem Bild zutage tretende unverwechselbare Wesen dieses großen Künstlers" begreifbar machen. MEHR


AUSSTELLUNG

Wilhelm Lehmbruck

Die Ausstellung rückte 46 Skulpturen des Künstlers in den Mittelpunkt, lenkte den Blick aber auch auf eine Vielzahl von Gemälden, Zeichnungen und Grafiken und brachte damit eine weitgehend unbekannte Seite des Künstlers zum Vorschein. MEHR