Dora Maar & Picasso

AUSSTELLUNG 13.10.01 – 06.01.02

Die Ausstellung "Dora Maar & Picasso" ermöglicht einen Rückblick auf das Lebenswerk Dora Maars. Bekannt als Gefährtin, Modell und Muse Pablo Picassos und als solche Motiv vieler seiner berühmtesten Bilder, wird allzu oft außer Acht gelassen, dass Dora Maar selbst eine herausragende Künstlerin war und lange vor ihrer Liaison mit Picasso (1936-43) ein vielseitiges fotografisches Werk geschaffen hatte.
Geboren 1907 als Tochter eines jugoslawischen Vaters, verwendete Henrietta Theodora Markovitch schon seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn das Pseudonym Dora Maar. In Buenos Aires und Paris aufgewachsen, studierte sie ab 1927 Malerei an der renommierten privaten Kunstakademie von André Lhote. Ende der 1920er-Jahre wechselte sie an die École de Photographie de la Ville de Paris und gründete Anfang der 1930er-Jahre ein Atelier für Auftragsfotografie. Es entstanden zahlreiche Mode- und Werbeaufnahmen, doch schon bald folgten erste Ausstellungen eigener Arbeiten in Pariser Galerien. 
Dora Maars fotografischer Stil der produktiven 1930er-Jahre trägt deutlich surrealistische Züge. In ihren Fotografien und Fotomontagen spielt sie häufig mit der Verschiebung von Proportionen und greift damit ein wesentliches Merkmal surrealistischer Bildschöpfungen auf. Hinzu tritt die irreale Kombination disparater Objekte, die die Fotografien ihres Abbildcharakters äußerer Wirklichkeit beraubt und zu Darstellungen innerer Visionen und psychischer Zustände macht. Parallel zu den surrealistischen Fotografien dokumentierte Dora Maar ihre städtische Umwelt in Paris, London und Barcelona und entwickelte großes Interesse für sozial Schwache. In ihren Aufnahmen verlieh Dora Maar dem Alltäglichen und Hässlichen eine Art monströse Erhabenheit, die das Schreckliche mit dem Schönen verband. 
Die Ausstellung "Dora Maar & Picasso" verfolgt das Anliegen, die Künstlerin aus dem Dunstkreis Picassos herauszulösen, so dass eine unvoreingenommene Beurteilung ihrer eigenen künstlerischen Leistung möglich wird. Freilich verkennt sie Picassos Einfluss keineswegs, zumal dieser sich nicht auf stilistische Anregungen beschränkte, sondern von weitreichender Wirkung war. Er war es nämlich, der Dora Maar zu einem Wechsel des Mediums veranlasste, indem er sie beschwor, zur "wahren" Kunst, der Malerei, zurückzukehren. Damit wandte sich Dora Maar von der Fotografie als ihrem eigenen künstlerischen Ausdrucksmedium ab; fortan beschränkte sie sich weitgehend auf die begleitende fotografische Dokumentation ihres Lebens mit Picasso und seiner Arbeiten – ihre Aufnahmen der verschiedenen Entwicklungsstufen von "Guernica" wurden weltberühmt. Auch nach dem Bruch mit Picasso kehrte Dora Maar nur noch sporadisch zur Fotografie zurück; ihr Hauptinteresse galt nun einer bis ins Abstrakte reichenden Landschaftsmalerei. Die Künstlerin lebte bis zu ihrem Tod zurückgezogen im französischen Ménerbes.

Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi
Dora Maar & Pablo Picasso, Installationsansicht, Haus der Kunst, 2001, Foto Wilfried Petzi

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Bildergalerie


AUSSTELLUNG

Picasso 1900–1955

Die Ausstellung vollzog die künstlerische Entwicklung Pablo Picassos anhand von insgesamt 256 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Keramiken nach. MEHR


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Der Surrealismus 1922–1942

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Rund 50 Jahre nach der Entstehung des Surrealismus in Paris rückte die Ausstellung jene Künstler in den Mittelpunkt der Betrachtung, die für diese Zeit prägend gewesen waren. MEHR


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20.05 – 14.08.94

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Zwei Jahre nach dem Krieg bot die vom französischen Kultusministerium zusammengestellte Ausstellung im Haus der Kunst den Deutschen Gelegenheit, ihre von Hitler geschürten Ressentiments gegen den ehemaligen Feind aufzugeben. MEHR


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Mattis-Teutsch

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