The Sea is History: Art and Black Atlantic Cultures

Symposium 20.10.17, 11 Uhr

 The Sea is History: Art and Black Atlantic Cultures
Ein Symposium rund um das Werk von Frank Bowling

Teilnehmer:
Sonia Boyce, J. Michael DashEllen Gallagher, Isaac Julien, Courtney J. Martin, Steve McQueen, Mark Nash, David Scott, Allison Thompson

Programm des Symposiums hier

Am 23. Juni 2017 eröffnete das Haus der Kunst „Frank Bowling: Mappa Mundi“, eine umfassende Überblicksausstellung zum Werk des Künstlers Frank Bowling (geb. 1934 in Bartica in Britisch-Guayana).

Als Frank Bowling sich 1967 der Abstraktion zuwandte, strebte er ein sinnliches, intuitives Malerlebnis an, inspiriert nicht nur durch eigene Lebenserfahrung, sondern auch durch eine Beschwörung von mythischen Erinnerungen, Abwesenheit, Verlust, Exil und Entwurzelung.

Obwohl Bowling im englischsprachigen Teil von Südamerika geboren wurde, ist seine Kunst mit Édouard Glissants Begriff eines "karibischen Diskurses" verbunden. Besonders der Gedanke, dass die gesamte kritische Literatur und Kunst, die im historischen Kontext des Schwarzen Atlantik entstanden ist, einen andauernden Prozess philosophischer Reflexion darstellt, hat ihn beeinflusst. Aus diesem Grund dient Derek Walcotts berühmtes Gedicht "The Sea is History" als Linse, durch die Bowlings künstlerische Errungenschaften betrachtet werden sollen.

Bowling entwickelte eine Palette mit strahlenden Farben und gedeckten Tönen. Er machte sich die Idee der Langsamkeit zu Eigen und baute seine Gemälde in subtilen, kontrastierenden Schichten auf. Deren langsam aufgeschichtete Oberflächen wurden zu einer Art historischen Echos, das gleitende Kontinente, vergängliche Meerespanoramen, geologische Landschaften, flüssiges Magma und anthropozentrische Felder heraufbeschwor.

Man könnte fragen, warum gerade jetzt der Schwarze Atlantik zum Thema in der bildenden Kunst wird? Kann die Kunst uns einen Sinn für die Erneuerung der schwarzen atlantischen Kulturen vermitteln? Welches Interesse besteht an ihnen und an ihren kosmopolitischen Varianten? Künstler wie Sonia Boyce, Isaac Julien, Steve McQueen und Ellen Gallagher haben in jüngster Zeit Werke geschaffen, die als Interventionen in diesem kritischen Raum der Diaspora gelten können.

„The Sea is History: Art and the Cultures of the Black Atlantic" befasst sich mit Bowling, dem transnationalen und kosmopolitischen Migrant. Gleichzeitig untersucht das Symposium, wie er mit seiner Arbeit diverse modernistische Überzeugungen über die reine Immanenz und die formalistische Abstraktion sowie deren spätere Kritik verwarf. Wie viele schwarze Künstler seiner Generation fand sich Bowling mit den sich wandelnden Loyalitäten zwischen der spät-modernistischen Idee von der Autonomie des Kunstwerks und den Forderungen an den einzelnen Künstler, für gesellschaftliche und politische Veränderungen zu kämpfen, konfrontiert. Letztlich musste er feststellen, dass seine Anliegen nicht deckungsgleich mit den Anliegen des afroamerikanischen politischen Kampfes um Gleichberechtigung waren.

Mit seinen “Map Paintings” initiierte Bowling im Jahr 1967 ein neues kritisches Bewusstsein für die räumliche und zeitliche Dimension des "karibischen Diskurses" seiner Malerei. Durch diese radikale Kehrtwende rückten die “Map Paintings” ins Zentrum des Schwarzen Atlantik als irdischem Schauplatz universaler Bedeutung und künstlerischer Erfindung. Dieser reflektierte formale und philosophische Schachzug zeigt deutliche Analogien zur Gedankenwelt der karibischen und antillischen Schriftsteller wie Aimé Cesaire, Derek Walcott, Wilson Harris, George Lamming, Édouard Glissant, Edward Kamau Braithwaite und Stuart Hall, die Bowling zutiefst bewunderte.

Das Symposium hat zum Ziel, die Schnittmenge der künstlerischen, theoretischen, literarischen und kulturellen Dimensionen von Bowlings Arbeit zu erforschen. Die eingeladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer – von Literaturwissenschaftlern, Kulturtheoretikern und Kunsthistorikern bis zu Künstlern – werden in ihrer Auseinandersetzung mit „Frank Bowling: Mappa Mundi“ beleuchten, wie der Schwarze Atlantik auch heute neue Generationen von Künstlern inspiriert.

Mit Dank an das ICF International Curators Forum für die Unterstützung des Symposiums. Mit zusätzlichem Dank an einen anonymen Unterstützer und David A. Bailey.

Freitag, 20. Oktober, 2017
11 - 19 Uhr

In englischer Sprache

Eintritt: 5 €

Programm des Symposiums hier

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The Sea is History: Art and Black Atlantic Cultures

20.10.17, 11 Uhr

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Frank Bowling 

23.06.17 – 07.01.18 


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Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965 - Ausstellungsführer

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