Die kalte Libido – Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Text

Hier finden Sie kurze Texte zu den einzelnen Werken der Ausstellung "Die kalte Libido". Die Videoarbeiten der Künstler Keren Cytter, Jeanne Faust, Annika Larsson, Shahryar Nashat und Aïda Ruilova aus der Sammlung Goetz bedienen sich alle aus dem Affektreservoir des Erzählkinos – nicht, um durch Gefühlsdramaturgie und emotionale Intensität zu verführen, sondern um die Begehrensdynamiken des Kinos zu erkunden. Doch setzen die Videos auf unterschiedliche filmische Taktiken, um die geschlossene Form des Spielfilms aufzubrechen und Mechanismen der Zuschauerverführung, das Versprechen nach Lustgewinn, Kontrolle und Macht außer Kraft zu setzen.

Shahryar Nashat, She can't keep a hold of herself, it keeps on moving, 2001, Filmstill, Courtesy Sammlung Goetz, Medienkunst, München

Stretch your view


Stretch your view


Annika Larsson: "Pink Ball" (2002)

Der Roboterhund von Sony, AIBO (japanisch für Partner), spielt in der kurzen Eröffnungssequenz von Larssons Video den titelgebenden pinken Ball der Haupthandlung zu. MEHR


Keren Cytter: "The Victim" (2006)

Im Video "The Victim" überkreuzt sich die Produktionsebene des Films mit seiner tatsächlichen Handlung, in der sich eine Frau zwischen ihrem Liebhaber und Sohn entscheiden muss, beide vom selben Darsteller gespielt. MEHR


Aïda Ruilova: "two-timers" (2008)

Dieser filmische Loop kommt ohne das Narrativ eines Aufbruchs oder einer Ankunft aus. Versprochen wird filmische Spannung, geliefert wird allerdings ein dauerhaftes, unheilverkündendes Rauschen. MEHR


Jeanne Faust: "Rodeo" (1998)

"Rodeo" ist ein Roadmovie, platziert in ein norddeutsches Hafenambiente. Dieses cineastische Genre verknüpft typischerweise die Erkundung der tatsächlichen mit der seelischen Topographie. MEHR


Aïda Ruilova: "life like" (2006)

In "life like" lässt Aïda Ruilova (*1974 in Wheeling, WV, USA) eine wichtige Referenz ihrer Videos in Persona als Protagonist auftauchen: den französischen Horrorfilmregisseur Jean Rollin. MEHR


Aïda Ruilova: "It had no feelings" (2003)

Wie in einer Schwarzen Messe rezitieren in Aïda Ruilovas (*1974 in Wheeling, WV, USA) "It had no feelings" (2003) zwei junge Frauen synchron und exzessiv ein finsteres Gebet. MEHR


Jeanne Faust: "Balmorhea" (1999/2000)

Jeanne Faust hinterfragt mit ihrer Videoinstallation filmische Konstruktionen. Eine Doppelprojektion eröffnet den Blick auf eine hollywoodeske Szene, gefilmt aus zwei unterschiedlichen Kamerapositionen; sie bilden jeweils den Hintergrund der anderen Projektion. MEHR


Shahryar Nashat: "Laterally Yours, 154 Days" (2002)

Eine Männerstimme aus dem Off liest in Shahryar Nashat's "Laterally Yours, 154 Days" Aufzeichnungen vor, in denen die physischen und psychischen Widerstände einer Haft protokolliert sind. MEHR


Annika Larsson: "Dog" (2001)

Zwei Männer in Businessanzügen, einer von ihnen mit einem Hund an der Leine, steuern in "Dog" aufeinander zu. Larsson gibt diesem Treffen einen feierlichen Rahmen, bspw. über die Kameraperspektive der Untersicht. MEHR


Keren Cytter: "Disillusioned Love 2" (2003)

Cytter kombiniert die trivialen Erzählmuster einer Telenovela mit denen eines Krimis, um die Geschichte eines Paares zu schildern, die beide Angst haben, der jeweils andere würde sie/ihn vergiften. MEHR


Keren Cytter: "French Film" (2002)

In französischer Sprache listet ein junger Komponist vor seinem Umzug nach Frankreich Personen, Tätigkeiten und Orte seiner Heimat Tel Aviv auf, die er später vermissen wird. MEHR


Shahryar Nashat: "She can't keep a hold of herself, it keeps on moving" (2001)

In Shahryar Nashats (*1975 in Genf, Schweiz) Videoinstallation versucht eine junge Frau einen Konflikt durch einen scheinbaren Monolog zu bändigen. MEHR


Poster

Die kalte Libido — Sammlung Goetz im Haus der Kunst

MEHR


Poster

Die kalte Libido — Sammlung Goetz im Haus der Kunst

MEHR


AUSSTELLUNG

Cardiff & Miller — Werke aus der Sammlung Goetz

13.04 – 08.07.12

Die Ausstellung zeigt acht Arbeiten des kanadischen Künstler-Duos Janet Cardiff und George Bures Miller, die durch die Kombination von Bild, Ton und nachgebildeten Räumen möglichst viele Sinne des Betrachters ansprechen, um das Geschehen so real wie möglich erscheinen zu lassen. 2012 nahmen Cardiff/Miller an der dOCUMENTA (13) in Kassel teil. MEHR


Text

Mark Leckey, Search Engine

"Search Engine" ist Ausdruck von Mark Leckeys Faszination für den Inhalt von Bildern bzw. das Verhältnis von Objekt und Abbild. MEHR


Text, Video

Mark Leckey, Fiorucci Made Me Hardcore

Für "Fiorucci Made Me Hardcore" (1999) sammelte Leckey found footage Bildmaterial, das er zu einer filmischen Collage über britische Subkulturen neu montierte. MEHR


Text

Mark Leckey, Three Minute Wonder

Für eine Folge der britischen Serie "3 Minute Wonder" fertigte Mark Leckey einen dreiminütigen Videotrailer zu seinem Ausstellungsbeitrag für den Turner Prize 2008. MEHR


Text, Video

Mark Leckey: Werkbeschreibungen

Hier finden Sie weiterführende Texte und Videos zu einzelnen Werken von Mark Leckey. MEHR


Text

Mark Leckey, Felix Gets Broadcasted

In seinem Video "Felix Gets Broadcasted" widmet sich Mark Leckey der Geschichte des Bewegtbildes. MEHR